Sohn im «Horrorhaus» misshandelt: Haftstrafe für Portugiesin

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Portugal,

Eine Frau in Portugal wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie ihren pflegebedürftigen Sohn über Jahre hinweg misshandelte.

junger mann angst
Das Opfer sei die meiste Zeit in einem stockdunklen Zimmer mit eigenem Bad eingesperrt worden. (Symbolbild) - pixabay

Eine Frau ist in Portugal wegen der Misshandlung ihres schwer kranken Sohnes zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Die 46-Jährige soll den pflegebedürftigen jungen Mann laut Urteil mindestens über drei Jahre hinweg schwer misshandelt und unter anderem mit einer Hundeleine an der Kloschüssel festgebunden haben, um «nicht gestört» zu werden.

Die Taten ereigneten sich in einem Haus der Gemeinde Montijo südöstlich von Lissabon. Die Zeitung «Correio da Manha» sprach von einem «Horrorhaus».

Die Mutter habe laut Urteil ihren Sohn gezwungen, seine Notdurft im Bett oder auf dem Badezimmerboden zu verrichten und aus dem Waschbecken zu essen. Ein Justizsprecher bestätigte auf Anfrage diese Informationen.

Mutters Berufungsantrag abgelehnt

Die Frau hatte Rechtsmittel gegen das erstinstanzliche Urteil wegen häuslicher Gewalt eingelegt. Das Berufungsgericht in Lissabon habe ihren Antrag nun endgültig zurückgewiesen. Sie werde bald ihre Haft antreten müssen, hiess es.

Der Fall war 2021 aufgeflogen. Als die Polizei damals das Haus betrat, lag der junge Mann den Berichten zufolge nackt und abgemagert auf einer Matratze am Boden. Die Decken waren mit Exkrementen verschmutzt, im Bad fanden die Beamten verschimmelte Essensreste im Waschbecken.

Selbst erfahrene Beamten waren entsetzt. Am Knöchel und am Handgelenk trug der Mann Spuren der Fesselungen, mit denen die Mutter ihn immer wieder an der Toilette fixiert hatte.

Opfer lebte in ständiger Dunkelheit

Das Opfer sei die meiste Zeit in einem stockdunklen Zimmer mit eigenem Bad eingesperrt worden. «Wenn ich ihn nicht festbinde, wie soll ich dann mein Leben führen?», soll die Frau die Beamten gefragt haben.

Der junge Mann sei mindestens zwischen 2018 und 2021, bis zu seinem 21. Lebensjahr, systematisch gequält worden. Das Opfer sei im vergangenen Jahr in einer Sozialeinrichtung verstorben.

Es habe mit dem Möbius-Syndrom, einer seltenen neurologischen Erkrankung, gelebt und unter einer schweren Entwicklungsverzögerung gelitten. Es sei nicht in der Lage gewesen, sich selbst zu versorgen.

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