Fremde im Garten: Thurgauerin bangt um ihr Büsi

Eine junge Frau aus Müllheim TG hat genug: Wegen einer Baustelle wird ihr Garten zur Abkürzung. Fremde laufen übers Grundstück – und gefährden sogar ihr Büsi.

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Eine Anwohnerin aus Müllheim TG hat die Nase voll: Fremde laufen wegen einer Baustelle durch ihren Garten. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Baustelle in Müllheim TG verursacht Ärger – Fremde laufen durch einen Privatgarten.
  • Trotz offizieller Umleitung nutzen sie das Grundstück einer Anwohnerin als Abkürzung.
  • Nun sorgt sie sich um ihre Privatsphäre. Die Velofahrer gefährden zudem ihr Büsi.

An vielen Ecken der Schweiz gibt es aktuell Baustellen. So auch im Dorfzentrum der Thurgauer Gemeinde Müllheim.

Die Sperrungen sind ganz zur Unfreude von Fussgängern oder Velofahrern. Diese sehen sich nämlich oft gezwungen, einen anderen Weg zu wählen. Die Not macht viele erfinderisch – oder eher skrupellos.

Nau.ch war am Ort des Geschehens – und hat mit der 21-jährigen Anwohnerin Lena gesprochen. Sie ist hässig: «Es gibt immer wieder das Problem, dass Leute einfach bei uns durch das Grundstück laufen.»

War schon einmal ein Fremder in deinem Garten?

Nicht nur durch «normalen Menschenverstand», so die junge Frau, könne man darauf kommen, dass es sich um Privatareal handle: Auch Schilder weisen klar darauf hin, dass man hier nicht durchlaufen darf.

Nicht mal zwei Gartentore halten die Leute auf

Der Skrupel, den manche an den Tag legen, wird durch die Konzeption des Weges noch offensichtlicher: Zuerst kommt ein Kiesweg, dann ein Gartentor, immer schmaler werdende Wege und dann noch ein Gartentor.

Erst dann passiert man den privaten Garten von Lena und ihrer Familie. Bevor man auf eine öffentliche Strasse zurückgelangt.

«Es sind auch schon Familien mitsamt Kind durchgelaufen. Und wir mussten die Eltern darauf aufmerksam machen, dass das eigentlich privat ist», schildert sie.

Dazu kommt auch der bevorstehende Sommer. Was die 21-Jährige lockt, ist den Pool aufzustellen und sich im Garten zu sonnen.

Doch nun muss sie sich um ihre Privatsphäre Gedanken machen: «Wir finden es nicht wirklich geil, wenn fremde Leute durchlaufen und uns in Badekleidern sehen», sagt Lena.

Velofahrer stellen ernsthafte Gefahr dar

Doch nicht nur die fehlende Privatsphäre gibt der Thurgauerin zu denken. Die Velofahrer würden eine ernsthafte Gefahr darstellen – und zwar für ihre Katze.

katze
Thurgauerin Lena hat Angst um ihr Büsi, weil Velofahrer einfach durch ihren Garten fahren. - Nau.ch

«Sie ist 22, sieht nicht mehr gut und bewegt sich mehrheitlich auf unserem Grundstück.» Die Velofahrer würden das Büsi «nicht sehen und auch nicht erwarten im Garten».

Hast du ein Büsi?

Auch in der Zeit, als Nau.ch vor Ort ist, wollen zwei Velofahrer den Weg übers Privatgrundstück wählen, werden aber von Lena zurechtgewiesen. Diese kehren dann ohne Weiteres wieder um.

Doch manche haben auch schon anders reagiert, wie die junge Frau erzählt. Einige pfeifen auf den Hinweis und laufen einfach weiter, wie sie erzählt.

Oder sogar: «Sie machen uns blöd an.» Die Vorbeigehenden sagen dann, die offizielle Umleitung sei ihnen «zu lange zum Laufen».

Die Anwohnerin zeigt auf einer Karte genau, welcher Weg eigentlich genommen werden sollte und auf welchen viele ausweichen.

«Nicht durch unseren Garten!»

Doch nicht nur gegenüber Nau.ch, sondern auch auf Facebook legt Lena alle Karten auf den Tisch. Sie ruft die Thurgauer dazu auf, ihren Garten nicht «als Ausweichweg zu nutzen».

«Allein dieses Wochenende sind rund zwei Dutzend Personen durch unseren Garten gelaufen», erklärt sie.

In den Kommentaren hagelt es Kritik für die Garten-Eindringlinge. Sie teilen die Wut der Thurgauerin: «Es wird immer schlimmer. Kein Respekt mehr, nix, gar nix!»

Jemand anderes schreibt: «Wie kommt man denn auf die Idee, einen Garten als Durchgangsweg zu benutzen?» Ein weiterer User rät ihr, den Durchgang gleich abzusperren.

Gemeinde geht nochmals über die Bücher

Oder aber, man bittet die Gemeinde herbei. Urs Forster, Präsident der Gemeinde Müllheim, erklärt gegenüber Nau.ch zwar: «Eine direkte Meldung der betroffenen Anwohnerin ist bei der Gemeinde bislang nicht eingegangen.»

Doch man werde nun vor Ort «prüfen und beurteilen, ob die bestehende Signalisation ergänzt oder besser sichtbar gemacht werden kann».

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Kommentare

User #1274 (nicht angemeldet)

Sie könnten einen Elektrozaun installieren.

User #4708 (nicht angemeldet)

Lieber Baustellen-Frust als 'Skeptiker'-Frust.

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