Zürcher FDP-Gemeinderat Tschannen: Mehr Wohnraum für Junge in Zürich
Ein neuer Jugendwohnkredit soll dem Wohnungsmangel in Zürich Abhilfe schaffen. Emanuel Tschannen (FDP) erläutert im Gastbeitrag seine Position.

Das Wichtigste in Kürze
- In Zürich ist der Wohnraum knapp, und das betrifft besonders Junge.
- Am 4. März 2026 behandelt der Gemeinderat Zürich den Vorschlag eines Jugendwohnkredits.
- Ein Gastbeitrag von FDP-Gemeinderat Emanuel Tschannen.
Wohnraum in der Stadt Zürich ist Mangelware. 2025 lag die Leerwohnungsziffer bei 0,1 Prozent. Durchschnittlich standen in der Stadt nur rund 235 Wohnungen frei.
Gleichzeitig stiegen die Angebotsmieten in den letzten vier Jahren um 2 bis 9 Prozet. Im letzten Jahr flachte die Preisentwicklung leicht ab, trotzdem werden Wohnungen in der Stadt Zürich konstant teurer.
Jugendwohnkredit als Ausweg
Speziell für Jugendliche und junge Erwachsene in Ausbildung sind Wohnungen in Zürich fast unerschwinglich. Deshalb hat auch der Rektor der Universität Zürich Alarm geschlagen und mehr Wohnraum für Studierende gefordert.

Nun handelt die Politik: Der Züricher Stadtrat schlägt vor, einen neuen Jugendwohnkredit aufzulegen und damit die Erstellung und Erneuerung von Wohnungen für junge Menschen zu unterstützen.
Mit dem Kredit sollen gemeinnützige Organisationen unterstützt werden, die preisgünstigen Wohnraum für Jugendliche und junge Erwachsene in Ausbildung anbieten. Dabei darf der Mietzins nur die effektiven Kosten decken, aber keinen Gewinn abwerfen.
Stadt will 20 Millionen Franken investieren
Gemäss Vorschlag des Stadtrats soll ein Rahmenkredit über 20 Millionen Franken bereitgestellt werden. Damit soll für die rund 72'000 Studenten der Hochschulen sowie für Jugendliche in Ausbildung zusätzlicher preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden.
Mit diesem Kredit könnten bereits beantragte Projekte im Umfang von rund 11 Millionen Franken realisiert werden. Rund 9 Millionen Franken müssten als Einnahmeverzicht beantragt, dürften aber nicht investiert werden.

Das weil die Stadt langfristige zinslose Darlehen gewährt (über 20/50 Jahre) und der nicht realisierte Zinsertrag deshalb budgetieren muss.
Insbesondere die linken Parteien stören sich an diesem Einnahmeverzicht und möchten diesen aus dem Budget entfernen, was rechtlich heikel ist.
FDP fordert 65 Millionen Franken
Die FDP hingegen fordert Kostentransparenz und ausreichend Mittel bis ins Jahr 2033. Gemäss Planung der Stadt sind bis dahin Projekte im Umfang von rund 40 Millionen Franken absehbar oder in Planung.
Inklusive Einnahmeverzicht (für die zinslosen Darlehen) muss die Stadt deshalb insgesamt 65 Millionen Franken bereitstellen. Mit diesem Betrag könnte Wohnraum für mehrere Tausend junge Menschen geschaffen werden.
SP, Grüne und AL unterstützen die Erhöhung des Jugendwohnkredits ebenfalls. Sie möchten allerdings den Einnahmeverzicht aus der Vorlage entfernen und dem Volk nur das tatsächliche Investitionsvolumen (40 Millionen Franken) vorlegen.
Am Ende entscheidet das Volk
Weil beide Varianten den Betrag von 20 Millionen Franken übersteigen, wird am Schluss das Volk entscheiden. Über welchen Betrag dieses zu entscheiden hat, legt der Gemeinderat am 4. März 2026 fest.
Bis dahin bleibt offen, ob das Volk über die Vollkosten (65 Millionen Franken) oder nur den Investitionsbetrag (40 Millionen Franken) abstimmen wird.
Eines ist aber ziemlich sicher: In Zürich wollen fast alle Parteien mehr preisgünstigen Wohnraum für Junge schaffen.
Zum Autor
Emanuel Tschannen (*1975) ist Gemeinderat der FDP der Stadt Zürich. Er amtet als Vizepräsident der Sachkommission Finanzdepartement (SK FD), ist Mitglied Fraktionsvorstand der FDP Stadt Zürich und Vorstandsmitglied der FDP Zürich 7+8. Der Rechtsanwalt ist verheiratet und hat zwei Kinder.











