Zuger Kantonsrat will keine Priorität für Werken vor Fremdsprachen

Das Zuger Kantonsparlament hat den Vorstoss «Werken und Grundkompetenzen statt Fremdsprachen in der Primarschule» abgelehnt.

Frühenglisch und Frühfranzösisch
Die FDP kritisiert Frühenglisch und Frühfranzösisch: Deutsch, Mathematik und Werken sollten gestärkt werden, um Lehrkräfte zu entlasten und wichtige Kompetenzen zu fördern. (Symbolbild) - dpa

Das Zuger Kantonsparlament hat am Donnerstag den Vorstoss «Werken und Grundkompetenzen statt Fremdsprachen in der Primarschule» abgelehnt. Er folgte damit mehrheitlich der Haltung der Regierung.

Die Vorstösserinnen und Vorstösser aus den Reihen der FDP-Fraktion hielten fest, der frühe Fremdsprachenunterricht verdränge Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Werken.

Ein Verzicht auf Frühenglisch und Frühfranzösisch stärke den Deutschunterricht, erleichtere das spätere Erlernen von Fremdsprachen und entlaste die Lehrpersonen. Zudem fördere der Werkunterricht wichtige motorische, gestalterische und berufsvorbereitende Kompetenzen.

Anders sah es die Regierung. Englisch sei für den Wirtschaftsstandort Zug «von entscheidender Bedeutung» und Französisch stärke den nationalen Zusammenhalt, argumentierte sie in der Antwort auf das Postulat. Der Regierungsrat strebe keinen Abbau der frühen Fremdsprachen an und möchte «keine Vorreiterrolle spielen», so die Exekutive.

Kantonsrätin Vroni Straub (CSP) sprach sich in der Debatte ebenfalls gegen das Anliegen aus. Es sei den Schulkindern zuzumuten, in der Primarstufe zwei Fremdsprachen zu erlernen. Das stärke das Gedächtnis, ausserdem sei es ein «Wesensmerkmal der Schweiz».

Unterschiedliche Meinungen im Kantonsrat

Ablehnend äusserte sich auch Michèle Schmid (SP): «Den Fremdsprachenunterricht zu streichen, wäre für mich und den Standort des Kantons Zug ein massiver Rückschritt. Wir wollen den Anschluss nicht verpassen.» Auch die Sprecherin der Mitte sowie der Sprecher der GLP lehnten das Ansinnen ab.

Unterstützung erhielt der Vorstoss einzig vom Sprecher der SVP. Schülerinnen und Schüler sollten zunächst die Grundkompetenzen erwerben, bevor sie Fremdsprachen erlernen. «Zugleich sind handwerkliche Fertigkeiten gezielt zu fördern», sagte Gregor Bruhin.

In der Einzelberatung hielt Peter Letter (FDP) fest, Englisch und Französisch seien für den Standort Zug «sehr wichtig». Das Postulat bezeichnete er als «Schnellschuss» und forderte stattdessen, die Regierung solle eine umfassende Auslegeordnung zum Fremdsprachenunterricht vornehmen. Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP) unterstützte diese Haltung, wie er in seinem Votum darlegte.

Am Ende folgte eine Mehrheit des Kantonsrats der Regierung und lehnte den Vorstoss mit 40 zu 28 Stimmen ab.

Kommentare

User #1049 (nicht angemeldet)

Das wäre ja auch wirklich sinnlos. Zug braucht nun zur Zeit wirklich keine Handwerker. Das machen die Schwyzer und Freiämter. Also die Zuger die ausgewandert wurden.

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