Parlament

    Walliser Parlament will gekreuzte Wölfe abschiessen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Sion,

    Ein echter Wolf oder eine Kreuzung mit einem Hund? Im Wallis soll dies künftig mittels DNA-Tests festgestellt werden. Und handelt es sich um eine Kreuzung, soll das Tier erlegt werden können.

    Wolf Husky
    Der Jäger verwechselte den Hund offenbar mit einem Wolf. - DPA

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im Wallis werden in Zukunft DNA-Tests bei Wölfen gemacht.
    • Handelt es sich bei den Tieren um Kreuzungen, dürfen sie abgeschossen werden.
    • Dies hat der Grosse Rat des Kantons Wallis am Dienstag entschieden.

    Im Wallis will der Grosse Rat inskünftig härter gegen den Wolf vorgehen. So soll mittels DNA-Tests festgestellt werden, ob es sich beim Tier um einen echten Wolf oder um eine Kreuzung handelt. Das Kantonsparlament hat am Dienstag zwei entsprechende Postulate gutgeheissen. Handelt es sich um eine Kreuzung, muss das Raubtier aus Sicht der Postulanten erlegt werden. Sogenannte Hybride sind denn auch nicht durch die Berner Konvention geschützt.

    Beide Postulate wurden von der Linken und den Grünen im Grossrat bekämpft. Wölfe und Hunde gehörten derselben Spezies an, sagte Jérôme Fournier (Grüne). Eine Kreuzung zwischen den beiden sei keine Hybridisierung, sondern eine genetische Introgression. Für ihn zielen die Postulate nur darauf ab, zu zeigen, dass alle Wölfe Kreuzungen sind und deshalb erlegt werden müssen.

    «Es gibt keinen Platz für den Wolf im Wallis», entgegnete Philipp Matthias Bregy (CVP). «Es muss alles getan werden, um ihn zu beseitigen.»

    Umstrittene Analysen

    Die Postulate beziehen sich auf eine Reihe von Gentests, die auf Wunsch von Schafzüchtern in Frankreich durchgeführt wurden. Analysen eines deutschen Labors ergaben, dass es sich bei allen nutzbaren Proben um Wölfe handelt, die mit Hunden gekreuzt wurden.

    Die Gegner der Postulate erwähnten dagegen andere Analysen. Diese zeigten, dass die Hybridisierung nur fünf Prozent der Wolfspopulation betreffe und dass nur 1,6 Prozent der Wölfe das Ergebnis der Kreuzung der ersten Generation seien. Und selbst wenn es mehr wären, wie sollte man diese in der freien Natur erkennen, fragte Fournier.

    Die Argumente überzeugten kaum über die Linke hinaus. «Die Frage ist, ob das Tier, das Schafe frisst, durch die Berner Konvention geschützt ist», sagte Fabien Schafeitel (CVP). Dies, weil Kreuzungen von Wölfen nicht geschützt sind und daher getötet werden können. Die beiden Postulate wurden mit Zweidrittelsmehrheit angenommen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Wolf
    3 Interaktionen
    Ständeratskommission

    MEHR PARLAMENT

    St. Gallen
    St.Gallen
    bündner parlament
    Auch Olympia Thema
    Regierungsbildung Magdalena Andersson
    5 Interaktionen
    Stockholm
    claraspital
    2 Interaktionen
    Basel

    MEHR AUS WALLIS

    FC Sion
    Fussball
    2 Interaktionen
    Brandkatastrophe
    FC Sion
    Fussball
    Wolf
    57 Interaktionen
    Sitten