Vortrieb des Tunnels Kaiserstuhls mit Durchschlag beendet

Rund zwei Jahre nach Beginn der Untertagarbeiten, haben die Mineure am Donnerstag um 11 Uhr den Durchschlag im Tunnel Kaiserstuhl AG gefeiert. Mit dem 2,1 Kilometer langen Bauwerk soll die A8 zwischen Lungern und Giswil besser vor Naturgefahren geschützt werden.

Mineure steigen, mit einem Bild eines auf der Baustelle verstorbenen Kollegen, durch den Durchbruch des Tunnels Kaiserstuhl.
Mineure steigen, mit einem Bild eines auf der Baustelle verstorbenen Kollegen, durch den Durchbruch des Tunnels Kaiserstuhl. - KEYSTONE/URS FLUEELER

Der 268 Millionen Franken teure Strassentunnel wurde zu einem grossen Teil aus dem Berg gesprengt. Er ist mit einem Gefälle von 6,5 Prozent und mit seinen engen Radien für den Einsatz einer Bohrmaschine ungeeignet. Mit dem Durchschlag seien die Vortriebsarbeiten abgeschlossen, teilte das Tiefbauamt mit.

Der Tunnel wurde sowohl von Norden wie von Süden her ausgebrochen. Im Norden hätten die Mineure zunächst pro Woche rund 30 Meter Vortrieb erreicht, denn der Berg sei «gutmütig» gewesen, teilte das Tiefbauamt mit. Im letzten Drittel hätten Kieselkalk und Wassereinbrüche die Arbeiten erschwert.

Im Vortrieb von Süden hat auf einer Strecke von 200 Meter Lockergestein besondere Massnahmen nötig gemacht. Das Problem war aber dank des vorgängig erstellten Erkundungsstollens gemäss der Mitteilung bekannt.

Drei Umfahrungen

Das neue Teilstück der A8 zwischen Lungern und Giswil soll im Dezember 2029 dem Verkehr übergeben werden. Damit wird gemäss der Mitteilung der letzte Abschnitt der Nationalstrasse zwischen Lopper und Lungern gebaut sein. Die Umfahrungen von Lungern und Giswil waren bereits 2012 respektive 2004 eröffnet worden.

Die A8 ist für den Kanton Obwalden die wichtigste Strassenverbindung. Mit dem neuen Tunnel soll sie für die Verkehrsteilnehmer sicherer sowie besser vor Naturgefahren geschützt werden.

Die Brünigstrasse zwischen Lungern und Giswil war in der Vergangenheit immer wieder unterbrochen. 1986 ging ein Bergsturz nieder und tötete zwei Personen. 1999 verschüttete eine grosse Lawine die Verbindung zwischen Obwalden und dem Haslital. 2005, 2007 und 2011 gelangten nach Hochwassern Schuttmassen auf die Strasse. Auf der kurvenreichen Strecke kommt es zudem immer wieder zu schweren Unfällen.

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