Oberland

    Komitee «Pro Gygerrain»: Ja zu qualitätsvoller Überbauung Faulensee

    Der Grosse Gemeinderat von Spiez hat die Umzonung des Gygerrains in Faulensee gutgeheissen. Das überparteiliche Komitee «Pro Gygerrain» begrüsst den Entscheid.

    Faulensee Gygerrain Spiez
    Eine Visualisierung des Gygerrains in Faulensee. - zVg

    Das Gelände am Rand von Faulensee liegt seit über 50 Jahren in der Bauzone und soll nun qualitätsvoll überbaut werden. Geplant sind zwei zweigeschossige Chalets – «Wildrose» und «Hasel» – und das «Waldhaus» mit neun Vollgeschossen näher beim Wald. So entstehen insgesamt 20 Familien- und kleinere Wohnungen.

    Durch die beiden Chalets wird das höhere Haus mit dem Quartier verbunden und gliedert sich gut in die Siedlungsstruktur ein. Der Zweitwohnungsanteil wird stark beschränkt und Airbnb ganz ausgeschlossen.

    Am 28. Februar 2027 entscheiden die Stimmberechtigten über die Umzonung

    Mit 20 Ja- gegen 9 Nein-Stimmen (4 Enthaltungen) hat der Grosse Gemeinderat (GGR) am 7. September die Zone mit Planungspflicht (ZPP) gutgeheissen, welche die optimale Nutzung des Geländes ermöglicht.

    Der Steilhang bleibt dank der kompakten Bebauung grösstenteils grün, wird mit hochstämmigen Obst- und Nussbäumen bepflanzt und so ökologisch aufgewertet.

    Nach geltendem Zonenplan könnten die beiden Parzellen teppichartig mit zweigeschossigen Häusern überbaut werden. Der Gemeinderat und der GGR wollen jedoch nicht, dass der Hang weitgehend verschwindet.

    Am 28. Februar 2027 entscheiden die Stimmberechtigten der Gemeinde Spiez über die Umzonung.

    Gelungene Mischung aus Tradition, Innovation und Natur

    Das überparteiliche Komitee «Pro Gygerrain» freut sich über die deutliche Zustimmung im Gemeindeparlament.

    «Es ist ein Gebot der effizienten Bodennutzung, vorhandenes Bauland ortsverträglich zu überbauen», sagt SVP-Parlamentarier Beat Dahinden. «Heute ist das Gelände eine verwilderte Brache ohne Mehrwert für die Bevölkerung.»

    Seinem Partei- und Ratskollegen Bruno Martig gefällt insbesondere das «Waldhaus»: «Das Gebäude ist eine gelungene Mischung aus Tradition, Innovation und Natur.»

    Das 29 Meter hohe «Waldhaus» liegt unter den Baumkronen und verschmilzt dank passender Farbe und Holzfassade mit dem Hintergrund. Mit der gebänderten Fassade und dem Sockel nimmt es Elemente der traditionellen Bauweise auf.

    Umnutzung von Erst- zu Ferienwohnungen wird attraktiv

    Der Wohnungsmarkt in der Gemeinde ist angespannt, die Leerwohnungsziffer liegt bei 0,3 PRozent. Neuer Wohnraum wirkt der Wohnungsknappheit entgegen.

    GGR-Mitglied Branka Fluri (SP) begrüsst, dass am Gygerrain kurzzeitige Vermietungen von weniger als fünf Nächten ausgeschlossen werden und so die Umnutzung von Erstwohnungen zu Ferienwohnungen unattraktiv wird.

    Für Benjamin Ritter (Grüne) zählt der sorgfältige Umgang mit der vorhandenen Siedlungsstruktur durch die bauliche Verdichtung: «Genügend Grünfläche zwischen den Häusern ermöglicht das Versickern von Regenwasser und fördert die Biodiversität.»

    Partnerin für jene, die an den Standort Spiez glauben

    Die Zuziehenden helfen mit, die bestehende Infrastruktur wie Buslinie und Dorfladen auszulasten und zu sichern. «Seniorinnen und Senioren, die heute in grösseren Liegenschaften wohnen, bekommen die Möglichkeit, im vertrauten Ort in eine attraktive Wohnung zu ziehen», erklärt Rolf Egli (EVP). «So werden Häuser für Familien frei.»

    Für Mathias Dänzer (Freies Spiez) wertet die innovative Architektur Faulensee auf und die neuen Bewohnerinnen und Bewohner beleben langfristig das Dorf und die Vereine.

    Hinter dem Projekt steht die regional verankerte Bauunternehmung Helmle AG aus Thun. Seit vier Generationen baut das Familienunternehmen in der Thunersee-Region.

    Für Andreas Küffer, Präsident der FDP Spiez/Aeschi, ist deshalb ein Ja zur Umzonung in Faulensee auch ein wichtiges Signal: «Die Gemeinde soll eine verlässliche Partnerin für jene sein, die an den Standort Spiez glauben.»

    Kommentare

    User #4305 (nicht angemeldet)

    Wohnungen für die ältere Generation, damit sie ihre Häuser für Junge freigeben? Grundsätzlich ja guter Plan, nur: 1,1 km Fussweg bis zur nächsten Bushaltestelle, teils sehr steil (!), wo grad Mal stündlich ein Bus zum Bahnhof Spiez fährt. Ca. in gleicher Distanz der einzige kleine Dorfladen (Volg). Auch dafür, der Heimweg mit den Einkäufen beinhaltet eine erhebliche Steigung…. Altersgerecht? Über die, für pensionierte Menschen kaum stemmbaren Kaufkosten müssen wir nicht diskutieren, reden wir doch von Wohnungspreisen im Luxussegment….. Und zu guter Letzt: schau ich mir bei der Visualisierung der Gemeinde/Bauherschafft die sogenannten Chalets genau an, fällt mir sofort auf, dass es sich weder um Chalet noch um „2 stöckig“ handelt….. Fazit: Überdimensioniere Chalets, Hochhaus, Luxussegment! Dafür soll ein Dorfbild zerstöhrt werden… Über so eine Mogelpackung lässt man Abstimmen…. schade, schade…

    User #6292 (nicht angemeldet)

    29 Meter Höhe, neun Geschosse und eine massgeschneiderte Umzonung für eine einzige Parzelle: Genau darüber stimmen wir ab. Nicht über die Schaffung von Wohnraum im Allgemeinen. Der geplante Baukörper passt weder zur bestehenden Quartierstruktur noch zu diesem sensiblen Hangstandort am Rand des Naturwaldreservats. Eine gute Ortsentwicklung braucht Augenmass statt Sonderregelungen für einzelne Investoren.

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