Deutsche Häuser werden billiger - Schweizer haben Pech

    Luna Gerber
    Luna Gerber

    Bern,

    Während Deutschland wegen der Boomer-Welle sinkende Hauspreise erwartet, entwarnen Experten für die Schweiz: Ein Preiszerfall sei hierzulande nicht in Sicht.

    einfamilienhaus
    Boomer-Häuser fluten deutschen Markt – und in der Schweiz? (Bild aus Konolfingen BE) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutsche Boomer fluten den Häusermarkt. Wegen mangelnder Nachfrage dürften Preise sinken.
    • In der Schweiz erwarten Experten keinen Preiseinbruch – dem Generationenwechsel zum Trotz.
    • Schweizer Hauspreise bleiben wohl stabil, da die Nachfrage weiter das Angebot übertrumpft.

    In Deutschland könnte der Immobilienmarkt vor einem grossen Umbruch stehen. Grund sind die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge. Die Ü-60-Deutschen besitzen über 30 Prozent aller Eigentumsimmobilien.

    Dazu kommt: In den kommenden Jahren nimmt die Zahl der Erbschaften zu. Immobilien gehen an die Kinder geburtenschwächerer Generationen, welche zunehmend in die Stadt abwandern.

    Welcher Generation gehörst du an?

    Die Folge: Das Angebot wächst, während die Nachfrage zu wünschen übrig lässt. Und das wiederum dürfte, wie die «Bild» kürzlich berichtete, enorm auf die Preise drücken.

    Die Frage drängt sich auf, wie die Lage in der Schweiz aussieht.

    Laut Experte: Kein Preisrutsch in Sicht

    Alex Bangerter ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der Von Graffenried AG Vermarktung. Er schätzt die Auswirkungen auf den Schweizer Immobilienmarkt aufgrund des Generationenwechsels gegenüber Nau.ch ein.

    Und zwar als wesentlich anders als bei unserem nördlichen Nachbarn: Er geht «nicht davon aus, dass das erwartete Zusatzangebot einen messbaren Effekt auf die Preise von Einfamilienhäusern haben dürfte».

    «Selbst, wenn», ergänzt Bangerter, «der Effekt erst in den kommenden Jahren verstärkt eintreten würde».

    Der Generationenwechsel sei schliesslich bereits in vollem Gange, dennoch: «Sinkende Preise konnten bis jetzt nicht beobachtet werden.»

    Stabilisierung «auf sehr hohem Niveau»

    Das unterschreibt auch Fabian Korn, Sprecher der Swiss Marketplace Group (SMG). Er legt sogar noch eine Schippe drauf: «Die aktuellen Zahlen zu den Angebotspreisen für Einfamilienhäuser deuten auf eine gewisse Stabilisierung hin, allerdings auf sehr hohem Niveau.»

    Dennoch habe die Preisdynamik hierzulande nach Jahren steigender Preise nachgelassen.

    Dies liegt daran, wie Nau.ch bereits kürzlich berichtete und auch Korn bestätigt, dass «viele Haushalte zunehmend an ihre finanziellen Grenzen stossen». Betroffen sind immer häufiger sogar Menschen mit mittlerem Einkommen.

    Nachfrage übertrifft das Angebot hierzulande

    Die Nachfrage nach Wohneigentum bleibt ungebrochen hoch – gute Aussichten also für alle, die ihr Haus verkaufen möchten. Bangerter weiss, «dass sowohl die bestehende als auch die künftig erwartete Nachfrage das Zusatzangebot klar übertreffen.»

    Das Erfolgsrezept? Gemäss Bangerter «eine mässige Bautätigkeit sowie ein positiver Wanderungssaldo.» Also, dass mehr Menschen zu- als abwandern.

    Boomer bleiben in eigenen vier Wänden

    Genau von Letzterem hänge – so Korn – in Teilen auch die weitere Entwicklung des Immobilienmarktes ab. Es sei «aktuell nicht untermauert», dass die Schweizer Boomer in naher Zukunft mehrheitlich ihre Einfamilienhäuser aufgeben.

    Aus einem simplen Grund: «Es wäre weitaus teurer, in eine kleinere Mietwohnung umzuziehen, als im mehrheitlich abbezahlten Eigenheim wohnhaft zu bleiben.»

    Besitzt du eine Wohnung oder ein Haus?

    Und würden sie die eigenen vier Wände doch verlassen? Dann wäre «eine Übernahme durch die jüngere Generation aufgrund der erwähnt hohen Marktpreise oft nicht mehr möglich», erklärt Korn.

    Also kein grösseres Angebot ausgeschriebener Einfamilienhäuser, sondern, so der SMG-Sprecher: «Sie werden häufig durch eine professionelle Trägerschaft abgerissen und durch ein Mehrfamilienhaus mit Miet- oder Eigentumswohnungen ersetzt.»

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    Kommentare

    User #4737 (nicht angemeldet)

    natürlich ist das super wir brauchen keine inflation häuser und wohnungen ist eine gute rendite

    User #5037 (nicht angemeldet)

    Also die Boomer haben den letzten Welt-Krieg ja auch nicht erleben dürfen🙄

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