Thurgauer Kantonsrat Sigrist (EDU) zur Individualbesteuerung

Andreas Sigrist
Andreas Sigrist

Münchwilen,

Am 8. März 2026 sagt EDU-Kantonsrat Andreas Sigrist Nein zur Individualbesteuerung. Der Mensch sei mehr als ein Leistungserbringer. Ein Gastbeitrag.

Andreas Sigrist Porträtfoto EDU
Andreas Sigrist ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 8. März 2026 stimmt die Schweiz über die Individualbesteuerung ab.
  • EDU-Kantonsrat Andreas Sigrist plädiert für ein Nein an der Urne.
  • Die Individualbesteuerung schwäche sozialen Zusammenhalt und brächte hohe Mehrkosten.

Die Debatte um die Individualbesteuerung offenbart ein bedenkliches Menschenbild: Der Bürger wird primär als steuerpflichtiges Arbeitssubjekt gesehen, das es durch finanzielle Anreize maximal in den Arbeitsmarkt zu integrieren gilt.

Das ist entwürdigend!

Care-Arbeit ist das Fundament unseres Zusammenlebens

Es ist erschütternd, dass Familien und Ehen hauptsächlich dazu da sein sollen, um zur Maximierung des Bruttoinlandprodukts beizutragen.

Care-Arbeit Vater Sohn Pflege
In der Familie würde die wertvollste Arbeit unserer Gesellschaft geleistet, beispielsweise Care-Arbeit, so Andreas Sigrist (EDU). (Symbolbild) - Depositphotos

Dabei wird gerade in der Familie die wertvollste Arbeit unserer Gesellschaft geleistet: Erziehung, Pflege von Bedürftigen und gegenseitige Fürsorge.

Diese unbezahlte Care-Arbeit ist keine Freizeit, sondern das Fundament unseres Zusammenlebens. Geht dies verloren, muss der Staat mit Steuermitteln in die Bresche springen (zum Beispiel durch Betreuungsangebote).

Verantwortlich mit Steuergeldern umgehen

Das aktuelle Steuersystem würdigt den häuslichen Einsatz, indem es die Ehe als Einheit betrachtet.

Die Individualbesteuerung ignoriert diese hausinterne Solidarität und bestraft jene Familienmodelle, in denen ein Partner zugunsten von Erziehung und Pflege beruflich zurücksteckt. So schwächt diese Initiative den sozialen Zusammenhalt.

Bringt die Individualbesteuerung ein faires Steuersystem?

Das Destruktive zeigt sich auch in anderen Bereichen: 1,7 Millionen zusätzliche Steuererklärungen wären die Folge. Zusätzliche Steuerbeamte müssten eingestellt werden – mit jährlichen Mehrkosten von Hunderten Millionen Franken!

Wer mit Steuergeldern verantwortlich umgehen und die Erziehungs- und Pflegearbeit in der Familie wertschätzen will, der sollte hier Nein stimmen.

Zum Autor

Andreas Sigrist (*1962) ist EDU-Kantonsrat im Thurgau. Der Landwirt und Theologe ist verheiratet, hat drei Söhne und lebt in Guntershausen.

Kommentare

User #2627 (nicht angemeldet)

Die Individualbesteuerung ist ein unsoziales und familienfeindliches, ultraliberaleras Prestigeprojekt.. Es profitieren primär Doppelverdiener mit hohem Einkommen und gleich hoher Erwerbstätigkeit. Es verlieren Familien mit vielen Kindern, Einverdienerfamilien und solche mit kleinem Zweiteinkommen, Alleinerziehende und viele Rentner. Unverständlich dass Grüne und Sozialdemokraten hierfür eintreten.

User #6133 (nicht angemeldet)

Das sich die FDP mit den Linken in as gleiche Boot setzt, können auch viele FDP'ler nicht nachvollziehen

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