Im Kanton Thurgau startet die Präventionskampagne «Go offline»

Der Kanton Thurgau hat die Gemeinschaftsaktion «Go offline! – keine digitalen Medien bis vier Jahre» eingekauft. Künftig soll in möglichst vielen Gemeinden den negativen Folgen des Konsums der Sozialen Medien bei Kindern und Jugendlichen entgegengewirkt werden.

Der hohe Konsum von Tiktok oder Instagram kann die Interaktion zwischen Eltern und kleinen Kindern stören. Der Kanton Thurgau will Gegensteuer geben. (Archivbild)
Der hohe Konsum von Tiktok oder Instagram kann die Interaktion zwischen Eltern und kleinen Kindern stören. Der Kanton Thurgau will Gegensteuer geben. (Archivbild) - KEYSTONE/DPA/ALICIA WINDZIO

Die UN-Kinderrechtskonvention verpflichte Erwachsene und den Staat dazu, Kinder zu schützen und ihre gesunde Entwicklung zu fördern, teilte der Kanton am Mittwoch mit.

Die digitale Präsenz präge den Alltag. Kinder und Jugendliche seien davon besonders betroffen. Es gehe sogar so weit, «dass Schulen und Fachpersonen der frühen Förderung eine negative Veränderung in der kindlichen Entwicklung feststellen».

Bei einer zunehmenden Anzahl junger Kinder zeigten sich «Auffälligkeiten wie allgemeines herausforderndes Verhalten, Sprachentwicklungsverzögerungen oder Sprachstörungen». Dazu kämen, «fehlendes Spielverhalten, mangelnde Sozialkompetenzen, reduzierte Impulskontrolle, eine verkürzte Konzentrationsspanne und Entwicklungsrückstände».

Ein häufiger Medienkonsum der Eltern reduziere die für kleine Kinder zentrale Interaktion, Zuwendung sowie Fürsorge und wirke sich negativ auf eine gesunde Entwicklung aus.

Deshalb habe sich der Kanton Thurgau entschieden, sich an der Gemeinschaftsaktion «Go offline! – keine digitalen Medien bis 4 Jahre» zu beteiligen. Diese wurde von neun Gemeinden und Schulen im Bezirk Uster ZH konzipiert und im August 2025 lanciert.

Die Präventionskampagne sei für politische Gemeinden, für Schulgemeinden sowie für die Fachstellen kostenlos zugänglich, setze den Rahmen und biete Ideen für Aktivitäten vor Ort an, heisst es in der Mitteilung.

Konkret sollen Eltern im Rahmen der Mütter-Väter-Beratung über die negativen Auswirkungen des Medienkonsums informiert werden. Dort könnten Flyer verteilt oder Tipps für einen angemessenen Umgang abgegeben werden. Weiter sollen die Schulgemeinden in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit oder Medienpädagogen zum Thema einen Elternbildungsabend durchführen.

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