Thun entwickelt Vision für die Entwicklung seiner Quartiere
Thun will sein Potenzial als Stadt der kurzen Wege in Zukunft besser nutzen, vor allem in den Quartieren. Mit einem neuen Masterplan liegt ein umfassender Leitfaden vor, der aufzeigt, wie sich die 13 Quartiere nachhaltig, attraktiv und lebenswert weiterentwickeln sollen.

Das Strategiepapier wurde in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, Fachpersonen und der Verwaltung erarbeitet, wie die Stadtbehörden am Freitag mitteilten.
Der Masterplan entwirft ein Zukunftsbild, das Thun als polyzentrische Stadt mit kurzen Wegen und lebendigen Quartierzentren beschreibt. In diese bündeln sich Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote sowie Infrastruktur. Diese Quartier- und Nebenzentren sollen den sozialen Zusammenhalt und die Identität vor Ort stärken.
Für die Thuner Innenstadt besteht bereits ein solcher Leitfaden, der sich «Reiseführer Thuner Innenstadt nennt». Herzstück des Masterplans für die Quartiere sind 30 Massnahmen, die kurz-, mittel- oder längerfristig umgesetzt werden sollen.
Zehn Massnahmen gelten als besonders wichtig, sie zielen darauf ab, Strassen- und Aufenthaltsräume aufzuwerten, umweltfreundliche Mobilitätsangebote zu etablieren und Schul-, Kirchen- und Freiräume flexibler und gemeinsam zu nutzen. Auch die lokale Quartierarbeit soll gestärkt werden.
Erste Massnahmen sind bereits angelaufen. So wurden beispielsweise das Lauenenpärkli sowie der Vorplatz des Quartierzentrums Lerchenfeld durch ergänzende Bepflanzungen aufgewertet, um auch an heissen Tagen attraktive Erholungsinseln direkt im Wohnumfeld zu bieten.
Die Umsetzung des Masterplans versteht die Stadt als Gemeinschaftsaufgabe. Während die Verwaltung bei den meisten Projekten die Federführung übernimmt, erfolgt die Realisierung in enger Kooperation mit lokalen Quartierorganisationen, weiteren Akteuren und der Thuner Bevölkerung.
Bei der Entwicklung wird die Stadt unter anderem auch die demografischen Entwicklungen im Auge behalten müssen. In Thun zeigt sich im Vergleich mit anderen Städten wie Basel, Aarau oder Bern, dass die Gruppe der 25-50-Jährigen Personen kleiner ist.
Hingegen ist die Gruppe der 50-90-Jährigen im Städtevergleich überrepräsentiert. Das Durchschnittsalter der Thuner Bevölkerung liegt etwa zwei Jahre über dem schweizerischen Mittel, wie aus einem Anhang zum Masterplan hervorgeht.






