Stadt Zürich

Influencer filmt ganzes Essen – Kronenhalle schreitet ein

Elena Hatebur
Elena Hatebur

Zürich,

Diskretion gehört in der Zürcher Kronenhalle zum Konzept. Ein Fotograf missachtet das Filmverbot gekonnt – und nimmt seine Follower mit zum Mittagessen.

Fotograf Westen
Der Fotograf Tobias Westen teilt sein Mittagessen in der Zürcher Kronenhalle mit seiner Community – trotz Verbot. - Instagram / @tobiaswestenphoto

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Zürcher Nobel-Restaurant Kronenhalle sind Foto- und Filmaufnahmen verboten.
  • Den Fotografen Tobias Westen kümmerte das nicht. Er filmte für seine Community mit.
  • Eine exklusive Genehmigung hatte er dafür aber nicht, betont die Kronenhalle.
  • Jetzt soll er das Video löschen.

«Hi, ich bin Tobi», sagt Fotograf Tobias Westen in die Kamera. Der junge Mann nimmt seine Follower gleich mit an einen Ort, an dem Kameras eigentlich nichts verloren haben: In die Zürcher Kronenhalle.

Der «stolze Aargauer» testet das Traditionshaus am Bellevue – inklusive Video.

Die Kronenhalle steht für gehobene Küche und ein diskretes «Flair fürs Exklusive». Laute Food-Influencer oder Gäste, die permanent aufs Handy starren, passen da nicht ins Bild.

Gastordnung Kronenhalle
Foto- und Filmaufnahmen sind gemäss der Gastordnung der Kronenhalle ausdrücklich nicht erlaubt. - kronenhalle.com

Damit genau das nicht der Fall ist, wurde es in der Gästeordnung offiziell festgehalten. Der erste Punkt weist deutlich darauf hin: «Foto- und Filmaufnahmen in den Räumen des Restaurants Kronenhalle sind grundsätzlich verboten.»

Westen scheint das wenig zu beeindrucken. Fröhlich filmt er sein Mittagessen, kommentiert Teller und Ambiente auf Hochdeutsch.

Influencer filmt Kellnerin, Kunstwerke und Essen

Man hört die Kellnerin fragen: «Dörf ich Ihne öppis zum Trinke bringe?» Man sieht ihn beim Geniessen von Vorspeise (Bouillon mit Leberknödel), Hauptgang (Zürigschnetzlets) und Weisswein (Chablis).

Er schwenkt seine Kamera von den Kunstwerken von Chagall zu Picasso, die an den Wänden hängen. Und: Er filmt die Kellnerin, die ihm die Portion schöpft. Sein Fazit: «Exzellent!»

War das wirklich abgesprochen?

Kronenhalle: «Sind über das Video nicht informiert»

Dominique Godat, Direktor der Kronenhalle, stellt auf Anfrage von Nau.ch klar: «Wir sind über das Video nicht informiert.»

Ob eine Genehmigung vorlag? In vielen Restaurants werden Food-Influencer gezielt eingeladen. Teilweise ist das sogar eine Marketing-Strategie.

Nicht so in der Kronenhalle. Godat stellt klar: «Herr Westen hat die Film-Aufnahmen ohne unser Wissen und Genehmigung gemacht.»

Die in der Gästeordnung festgehaltenen Regeln würden für alle gelten. Und da hat für den Influencer Konsequenzen: «Wir werden uns mit Herrn Westen sofort in Verbindung setzen und das Video löschen lassen.»

Wie das Beispiel zeige, sei man «nicht genügend geschützt, um heimlich aufgenommene Videos» verhindern zu können.

Lunch zwischen Chagall und Picasso

Währenddessen geniesst Tobias Westen (über 42'000 Follower) die Atmosphäre im Zürcher Traditionshaus sichtlich. Auch die Kunst an den hohen Wänden lässt er nicht unerwähnt. Es sei «total wild», zwischen Chagall und Picasso zu sitzen.

Handys in Restaurants – ein No-Go oder völlig in Ordnung?

Auf eine Anfrage von Nau.ch hat Tobias Westen nicht reagiert. Offenbar auch auf die Aufforderung der Kronenhalle nicht. Zum Zeitpunkt der Publikation war das Video weiterhin online abrufbar.

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Kommentare

User #2989 (nicht angemeldet)

Herr Blocher, sind sie nun gegen Corona geimpft? Am Dienstag um 8:30 Uhr war mein Termin am Unispital Zürich. Ich muss aber vorausschicken: Ich bekam eine Vorzugsimpfung. Am 15. Dezember hat mich der Hausarzt angerufen. Er sagte, ich stehe wegen meinem Alter und wegen meinen Vorerkrankungen bei ihm ganz oben auf der Liste. Er wollte mich so früh wie möglich impfen. Quelle blocher.ch

User #2923 (nicht angemeldet)

Vor zehn Tagen dann die nächste Eskalation: Schätti traf sich im Hinterzimmer eines Restaurants mit Trychlern aus der Ostschweiz und dem Zürcher Oberland. Hinter geschlossenen Vorhängen diskutierten sie über eine Abspaltung von den Freiheitstrychlern. Während des Treffens tauchten Benz und seine Mitstreiter auf. Schätti fühlte sich nach eigenen Angaben bedroht und verständigte erneut die Polizei. Deren Sprecher bestätigt: «Wir wurden wegen Meinungsverschiedenheiten dorthin gerufen.» Straftaten seien nicht festgestellt worden. Doch worum dreht sich der Streit überhaupt? Schätti und andere Freiheitstrychler werfen Gründer Benz vor, Entscheide an der Basis vorbei zu treffen. Er toleriere keine Konkurrenz, verhalte sich «wie ein kleiner Diktator». Wer sich kritisch äussert, werde eingeschüchtert. Geschichten aus dem Trychlerchindsgi.

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