Stadt Bern sagt Ja zur Überbauung des Gaswerkareals
Die Stadt Bern darf auf dem Gaswerkareal bauen. Es soll ein neues Quartier mit Schulraum, Gewerbe und bis zu 500 Wohnungen entstehen.

Die Stadt Bern kann die Überbauung auf dem Gaswerkareal umsetzen. Das Stimmvolk hat dem entsprechenden Verpflichtungskredit und den baurechtlichen Voraussetzungen am Sonntag mit deutlicher Mehrheit zugestimmt.
Die Bernerinnen und Berner befanden über drei separate Vorlagen zum Grossprojekt. Den Verpflichtungskredit von 25,2 Millionen Franken für Planung und Infrastruktur bejahten 26'991 Personen und somit 73,1 Prozent der Stimmenden, 9918 waren dagegen.
Diese Vorlage gibt dem Gemeinderat zudem das Recht, Grundstücke im Baurecht abzugeben.
Hinter der Umzonung des Gaswerkareals standen 75,2 Prozent der Stimmenden, jener des Areals Brückenkopf West stimmten 78,7 Prozent zu. Die Stimmbeteiligung lag gemäss Mitteilung bei je 46,7 Prozent.
Beide Flächen werden nun mit einer sogenannten Zone mit Planungspflicht (ZPP) belegt, die dem Gemeinderat mehr Einfluss auf die Gestaltung gewährt.
Die Stadt plant auf dem mehrheitlich brachliegenden Gaswerkareal ein neues Quartier mit Schulraum, Gewerbe und bis zu 500 Wohnungen. Mindestens drei Viertel des Wohnraums sollen preisgünstig oder gemeinnützig gebaut und vermietet werden.
Das Grundstück ist seit einer Volksabstimmung im Jahr 2022 im Besitz der Stadt – anders als der damit verbundene, westliche Brückenkopf der Monbijoubrücke.
In diesem Bereich will die Stadt gemäss Abstimmungsbotschaft in erster Linie sicherstellen, dass die Verbindung zwischen dem neuen Quartier und der höher gelegenen Stadtebene gewährleistet ist.
Der örtliche Gebäudekomplex soll zudem verdichtet werden. Es entsteht die Möglichkeit eines bis zu 50 Meter hohen Hochhauses.
Gaskessel bleibt – Wohnsiedlung Anstadt muss weichen
Weiter legt die beschlossene ZPP fest, dass das Jugend- und Kulturzentrum Gaskessel erhalten bleibt.
Die alternative Wohnsiedlung Anstadt muss dem Grossprojekt bei Baustart hingegen weichen, was das Wohnkollektiv sowie Sympathisantinnen und Sympathisanten zuletzt mit einer Demonstration kritisierten. Das Stadtparlament gab der Regierung in Auftrag, eine zumindest teilweise Weiterführung der Wohnform zu prüfen.

Der Stadtrat stand mit grosser Mehrheit hinter dem Grossprojekt, einzig die SVP war dagegen und forderte eine Verkleinerung. Während Linksaussen vergeblich mehr günstige Wohnfläche und die Liberalen den Bau von Eigentumswohnungen verlangten, herrschte Einigkeit über die Notwendigkeit des Projekts.
Ehe die Bagger auffahren, folgt eine detailliertere Überbauungsordnung oder ein Projektwettbewerb. Über diese Schritte kann nun der Gemeinderat befinden. Allerdings dürften allfällige Baukredite für städtische Vorhaben letztlich wieder vor dem Stimmvolk landen.







