Hunderte demonstrieren in Bern für den Erhalt der Anstadt

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Hunderte haben in Bern gegen Überbauungspläne, die das Ende der alternativen Wohnsiedlung Anstadt bedeuten könnten, demonstriert.

Anstadt Bern
Ein Gebäude der alternativen Wohnsiedlung Anstadt. - keystone

Schätzungsweise 300 Menschen haben am frühen Samstagabend in der Berner Innenstadt für den Erhalt der Anstadt demonstriert. Sie stellten sich gegen die städtischen Überbauungspläne auf dem Gaswerkareal, die einen Wegfall der alternativen Wohnsiedlung zur Folge hätten.

Der Demozug führte zunächst von der Reitschule via Marktgasse bis zum Bahnhofplatz, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Ziel war die Anstadt im Marziliquartier.

Die Kundgebung verlief friedlich, aber lautstark: Die Teilnehmenden skandierten Parolen wie «Anstadt bleibt» und «Weg mit den Yuppies», zudem zündeten sie Feuerwerk und Rauchpetarden.

Anstadt Bern Demo
Um die 300 Menschen haben in der Berner Innenstadt für den Erhalt der Anstadt demonstriert. - Instagram/@unlock.the.city

Zur laut eigenen Angaben unbewilligten Demonstration aufgerufen hatten linksautonome Kreise, darunter das Wohnkollektiv selber.

«Einmal mehr droht ein kultureller und politischer Freiraum auf Kosten profitorientierter und mutloser Wohnpolitik zu verschwinden», machten sie im Aufruf geltend.

Die Stadt plant auf dem Gaswerkareal ein neues Quartier mit Wohnfläche für bis zu 700 Menschen. Drei Viertel davon soll gemeinnützig oder preisgünstig sein. Bis die Bagger auffahren, kann die Anstadt bleiben.

Ausgang ungewiss: Abstimmung steht bevor

Ausserdem muss die Regierung auf Antrag des Parlaments prüfen, ob die alternative Wohnform auch in Zukunft zumindest teilweise weitergeführt werden kann. Die Berner Stimmbevölkerung befindet am 30. November über drei Vorlagen im Zusammenhang mit der Überbauung.

Dabei geht es um die Umzonungen und einen Verpflichtungskredit für die weitere Projektentwicklung in der Höhe von 25,2 Millionen Franken. Das Projekt Anstadt begann 2018 mit einer Besetzung.

Der städtische Energieversorger EWB, dem das Gelände damals gehörte, schloss mit dem Kollektiv ein Gebrauchsleihvertrag ab, den die Stadt bis heute weiterführt. Rund 50 Menschen wohnen im Hüttendorf.

Kommentare

User #9929 (nicht angemeldet)

Schon wieder illegal den ÖV blockiert? Warum wird da nicht konsequent durchgegriffen?

User #2797 (nicht angemeldet)

Danke für die Erinnerung liebe Demonstranten, muss meinen Brief noch einwerfen.

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a
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