St. Galler SP-Kantonsrat fordert Hitzeschutz auf Baustellen
Angesichts der aktuellen Hitzewelle fordert der Gossauer SP-Kantonsrat Florian Kobler verbindliche Hitzeschutzmassnahmen auf Baustellen.

Florian Kobler, Gossauer SP-Kantonsrat, hat kürzlich eine Einfache Anfrage mit dem Titel «Hitzeschutz auf Baustellen – wann handelt der Kanton?» eingereicht. Der Sozialdemokrat macht in seinem politischen Vorstoss zunächst darauf aufmerksam, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst auch auf Baustellen spürbar sind.
Zunehmend führten Hitzewellen zu gesundheitlich belastenden und teilweise gefährlichen Arbeitsbedingungen für Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter. Insbesondere Bauarbeiten unter direkter Sonneneinstrahlung erhöhten das Risiko von Dehydrierung, Kreislaufbeschwerden, Hitzschlag und Arbeitsausfällen.
Arbeitsunterbruch in Genf
Das Genfer Arbeitsinspektorat hat deshalb während der jüngsten Hitzewelle einen Arbeitsunterbruch für Tätigkeit im Freien und in direkter Sonneneinstrahlung angeordnet. Ab 13 Uhr mussten entsprechende Arbeiten eingestellt werden.

Für unverzichtbare Tätigkeiten wurde ein Rotationssystem mit geregelten Arbeits- und Erholungsphasen eingeführt.
Gleiche Regeln wie in Genf
Für Kobler haben auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kanton St. Gallen Anspruch auf sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen. Freiwillige Empfehlungen reichten nicht aus.
Von der Regierung möchte Kobler konkret unter anderem wissen, ob sie bereit sei, gleiche Regelungen wie der Kanton Genf zu schaffen, auf kantonalen Baustellen sofort analoge Schutzmassnahmen einzuführen, und wie häufig die SUVA in den letzten fünf Jahren wegen ungenügender Schutzmassnahmen intervenieren musste.
Fehlende gesetzliche Grundlagen
Die Gewerkschaft Unia fordert eine gesetzliche Pflicht zur Arbeitsniederlegung ab 33 Grad im Schatten, da das Unfallrisiko durch Konzentrationsmängel massiv ansteigt. Die Zürcher Regierung hat eine solche Regelung wegen fehlender gesetzlicher Grundlage abgelehnt.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Gossauer Nachrichten» erschienen.












