Spitalgruppe FMI hält «Stand heute» an Operationen in Frutigen fest
Die Spitäler Frutigen Meiringen Interlaken (FMI) AG hält nach heutigem Stand an Operationen im Spital Frutigen fest. «Aber gerade in der Nacht und am Wochenende muss das Angebot aufgrund der niedrigen Fallzahlen angepasst werden», sagte die Chefin der Spitäler FMI, Stephanie Hackethal, in einem Interview vom Mittwoch.

Die Spitalgruppe halte «klar am Standort Frutigen fest», sagte Hackethal im Gespräch mit der «Berner Zeitung». Dahinter setzte sie ein Aber: «Alles werden wir nicht mehr anbieten können, wir müssen genau schauen, was sinnvoll und medizinisch erforderlich ist und was wir uns leisten können.» Noch sei der Entscheidungsprozess nicht abgeschlossen. Potenzial sieht Hackethal in der Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten aus Frutigen.
Ein Spital in einer ländlichen Gegend versteht die Chefin der Spitalgruppe als ein emotionales Gut. «Man spielt nicht mit dem Vertrauen der Bevölkerung und der Zuweiser», sagte sie. Zwar brauche es auch mal kritische Entscheidungen, doch diese müssten sozial kompatibel sein. «Grundsätzlich stehen wir im Dienst der Bevölkerung», sagte Hackethal.
Die Spitalgruppe FMI hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis von 5,8 Millionen Franken abgeschlossen. Die Freude darüber hielt sich allerdings in Grenzen. Die Spitallandschaft und Gesundheitsversorgung verändern sich auch im Berner Oberland stark. Fachkräftemangel, Kostendruck, demografische Veränderungen und rasanter medizinischer Fortschritt prägten den Alltag, schrieben die FMI-Verantwortlichen vor rund einem Monat.
Die «Berner Zeitung» fragte Hackethal, ob sich durch die aktuelle Situation mittelfristig eine Fusion mit der Thuner Spital STS AG aufdränge. «Ob man gleich von einer Fusion sprechen muss, das lasse ich mal offen», sagte sie. Durch Zusammenarbeiten – im medizinischen und im nichtmedizinischen Bereich – lasse sich bereits viel optimieren.
Im März 2025 hatte die Spitalgruppe FMI die Schliessung der Geburtenabteilung am Spital Frutigen bekanntgegeben. Dafür sollten der Notfall und das stationäre Angebot ausgebaut werden. In der Region sorgte der Entscheid für eine Protestwelle.






