Gletschersee oberhalb der Lenk ist ohne Komplikationen ausgelaufen

Der Faverges-Gletschersee auf der Plaine Morte oberhalb der Lenk im Berner Simmental hat sich dieses Jahr selbstständig und ohne Schäden entleert. Aufgrund der trockenen und sehr warmen Witterung entwickelte sich der Pegel zunächst nur langsam.

Faverges-Gletschersee
Der Faverges-Gletschersee oberhalb der Lenk entleert sich jeweils zwischen Mitte Juni und Ende August. - keystone

Eine feststellbare Entleerung über den Trübbach setzte am vergangenen Montag ein, wie die Gemeinde Lenk am Dienstag mitteilte. Maschinelle Unterstützung war demnach nicht nötig. Nach den Niederschlägen von Mitte Juli hatte das Seevolumen in der Nacht auf den 19. Juli seinen Höchststand erreicht.

Der See bildete sich aufgrund des Eisrückgangs am Südostrand des Plaine-Morte-Gletschers an der Grenze der Kantone Bern und Wallis. In einer länglichen Mulde zwischen Fels und Eis sammelt sich im Frühsommer jeweils Schmelzwasser.

Früher kam es jeweils zu einer spontanen Entleerung, sobald der See eine kritische Schwelle erreichte. 2018 führte dies zu Schäden im Tal, woraufhin ein künstlicher Abflusskanal ins Gletschereis gegraben wurde. Seither kann sich der See normalerweise langsam und kontrolliert in diesen Überlauf entleeren.

Kommentare

User #1064 (nicht angemeldet)

Die Wasserscheide am Plaine-Morte-Gletscher trennt die Einzugsgebiete von Rhein und Rhone. Durch das massive Abschmelzen liegt die Gletscheroberfläche heute unterhalb der ursprünglichen südöstlichen Wasserscheide. Schmelzwasser (wie das des Favergesees) fliesst daher nicht mehr ins Wallis (Rhone), sondern bricht meist subglazial nach Norden zur Lenk (Simme/Rhein) aus.

Weiterlesen

wasser
24 Interaktionen
Wasserneid

MEHR AUS OBERLAND

Dinamo
9 Interaktionen
Heute in Zagreb
de
86 Interaktionen
Brünig-Wirbel
de
86 Interaktionen
Schlussgang gestellt