Psychiatrische Zentren in Bern und Münsingen werden zum UPZ
Die beiden grossen Psychiatrieinstitutionen im Kanton Bern schliessen sich auf Anfang Juli zusammen. Aus den bisherigen Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD) und dem Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) wird neu das Universitäre Psychiatrische Zentrum, kurz UPZ.

Die Fusion ist schon länger beschlossene Sache. Die Berner Kantonsregierung, der Regierungsrat, stimmte dem Zusammenschluss im vergangenen Herbst zu.
Damals war von einem Zeitfenster zwischen Anfang 2026 und Anfang 2027 die Rede. Nun erfolgt der Zusammenschluss Mitte Jahr, wie die beiden Psychiatrieinstitutionen am Dienstag bekannt gaben.
UPD und PZM gehören zu den grössten Psychiatrieinstitutionen des Landes. Beide hatten mit knappen Finanzen zu kämpfen. Fachkräftemangel, nicht kostendeckende Tarife, Infrastrukturfinanzierungen, eine grosse Nachfrage und stark belastetes Personal gehörten zu den Herausforderungen.
Der Kanton Bern als Eigentümer machte früh deutlich, dass er einen Zusammenschluss wünscht. Anfang 2023 gaben UPD und PZM offiziell ihre Fusionsabsichten bekannt.
Die geplante Grossfusion ging nicht reibungslos über die Bühne. 2024 nahmen der UPD-Verwaltungsrat und der Geschäftsführer – unter Druck des Kantons – den Hut. Die grossrätliche Geschäftsprüfungskommission rüffelte den Regierungsrat später wegen ungenügender Kommunikation, uneinheitlicher Aufsicht und einseitigen Schuldzuweisungen.
Nach turbulenten Jahren konnten beide Institutionen 2025 einen positiven Geschäftsgang verzeichnen, wie sie am Dienstag mitteilten. Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern schreiben einen Gewinn von 22,9 Millionen Franken. Das Ergebnis enthält allerdings zwei Sondereffekte.
Die EBITDA-Marge, also das Verhältnis des operativen Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen zum Umsatz, konnte auch ohne Sondereffekt auf 7,1 Prozent gesteigert werden (Vorjahr -2,4 Prozent).
Der Kanton Bern musste 2024 einen finanziellen Rettungsschirm für seine Spitäler aufspannen. Das Darlehen für die UPD von 52 Millionen Franken wurde zu 30 Millionen beansprucht. Weitere Tranchen seien nicht mehr nötig gewesen, heisst es in der Mitteilung.
Das PZM weist für 2025 ebenfalls einen Gewinn aus: Dieser beträgt 6,3 Millionen Franken (Vorjahr -0,3). Die EBITDA-Marge beträgt ohne einen einmaligen Pensionskasseneffekt 5,7 Prozent (Vorjahr 3,4).
Derzeit laufen die Vorbereitungsarbeiten für den Zusammenschluss auf Hochtouren, wie die beiden Institutionen in ihrer Mitteilung schreiben. Dies beispielsweise in den Bereichen Informatik, Personalwesen und Finanzen.
Gleichzeitig werden Projekte zur weiteren Integration beider Unternehmen ins UPZ sowie zur Weiterentwicklung und Harmonisierung vorangetrieben. Eines dieser Projekte ist das neue Qualitätsmanagementsystem, das ab 2027 die bestehenden Systeme von UPD und PZM ablösen soll.
Das UPZ bleibt vorderhand an seinen beiden Hauptstandorten in Bern und Münsingen. Allerdings werden gemeinsam mit dem Kanton Varianten für die Zukunft geprüft. Im Gespräch ist unter anderem, den Betrieb entweder am Standort Bern oder Münsingen zu konzentrieren und weiterzuentwickeln.
Die Verantwortlichen des Projekts erheben derzeit, welche Infrastruktur dereinst für eine moderne Psychiatrie zur Verfügung erforderlich ist. Anschliessend soll im Herbst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Bis zur möglichen Eröffnung eines neuen UPZ-Campus könnte es 2034 werden, rechnen die Verantwortlichen.






