In Zürich wird an ausserirdischem Ackerbau geforscht

Luna Gerber
Luna Gerber

Dübendorf,

Was einst nach Utopie klang, wird im Kanton Zürich nun konkret: Forschende arbeiten daran, Pflanzen für den Anbau auf Mond und Mars zu züchten.

druckkammer
In dieser Druckkammer stellen die Hochschule Luzern und die Universität Zürich das Potenzial von Mond und Mars für den dortigen Ackerbau auf die Probe. - EuroTube Foundation

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Forschungsprojekt will in Dübendorf ZH den Ackerbau auf dem Mars und Mond ermöglichen.
  • In der Weltraum-Forschungsanlage werden Vakuum, CO2 und Schwerelosigkeit simuliert.
  • Die Erkenntnisse dürften auch die irdische Landwirtschaft weiterbringen.

Ackerbau-Betrieb auf dem Mars? Auf den ersten Blick dürfte es den ein oder anderen Science-Fiction-Fan an den modernen Klassiker «Der Marsianer» erinnern.

Auf den zweiten Blick wird klar: Hier geht es nicht um eine fiktive Einzelperson im Kampf ums Überleben. Sondern um ein reales umfangreiches Zukunftsprojekt für Mond- und Marskolonien.

Würdest du zum Mond fliegen, wenn du könntest?

In einem Labor beim Flughafen Dübendorf ZH arbeiten Forschende daran, Pflanzen unter Extrembedingungen zu züchten. Die Hochschule Luzern und die Universität Zürich arbeiten in der Anlage gemeinsam an dem Ziel, Ackerbau im Weltraum zu ermöglichen.

Die Anlage trägt den Namen SHARF. Das steht für «Space Habitat Analog Research Facility», also eine Einrichtung zur Erforschung von Lebensräumen im Weltraum. Es handelt sich, wie SRF berichtet, um die erste europäische Forschungseinrichtung dieser Art.

Das Kernstück der Anlage ist eine grosse Druckkammer. Darin lassen sich die Extrembedingungen auf dem Mond, dem Mars oder in Raumschiffen nachbilden. Um dort zu testen, wie Pflanzen und Mikroorganismen wachsen können.

Wissenschaftler simulieren ausserirdische Bedingungen

Doch was heisst das genau? In der Druckkammer lässt sich der Luftdruck stark absenken bis hin zum im Weltraum existierenden Beinahe-Vakuum.

Marcel Egli, Institutsleiter an der Hochschule Luzern, erklärt: «Auch die Gaszusammensetzung können wir variieren und den CO2-Gehalt hochschrauben.» Dazu kommt, dass ebenso die Erde, in der die Pflanzen wachsen, angepasst werden muss. Sie soll der Beschaffenheit des Mondbodens oder des Marsbodens ähneln.

Ergänzend verfügt die Anlage über eine sogenannte Random Positioning Machine. Dieses Gerät simuliert Schwerelosigkeit.

Der Standort des Labors ist bewusst gewählt. Es liegt bei der «EuroTube Foundation», wo seit Jahren an der Vakuumtransport-Technologie geforscht wird.

Mondkolonien seien eine Frage der Zeit

Angestrebt wird auch, bewohnte Stationen auf dem Mond oder dem Mars zu errichten.

Dieses Szenario ist näher als so mancher denkt, davon ist Marcel Egli überzeugt: «Das ist nicht mehr so futuristisch. Die Station auf dem Mond wird im nächsten Jahrzehnt kommen.» Auch eine Besiedlung des Mars hält er lediglich für eine Frage der Zeit.

Glaubst du, dass die Menschen in ferner Zukunft den Mars besiedeln werden?

Egli begründet die Notwendigkeit von Space Farming gegenüber SRF so: «Es ist das Ziel diverser Raumfahrtprogramme, eine feste Station etwa auf dem Mond aufzubauen. Und dafür braucht es so was wie Gewächshäuser.»

Lebensmittel per Rakete zu transportieren sei schlicht zu teuer.

Ergebnisse helfen auch der irdischen Landwirtschaft

«Wir untersuchen, wie Pflanzen Nährstoffe effektiver aufnehmen können, sodass sie auch auf kargem Mond- und Marsboden gedeihen», so Egli.

Das heisst: Diese Erkenntnisse liessen sich auch auf ausgetrocknete und nährstoffarme Böden auf der Erde übertragen.

Kommentare

User #1699 (nicht angemeldet)

Als Nicht-Raumfahrtnation, eine typische Aktion für BS Gelder zu verschlampen

User #5529 (nicht angemeldet)

Wer nur das geringste Verständnis hat erkennt dies alles als völlig Sinnlos. Auf dem Mond und vorallem auf em Mars kann man nichts anabauen. Ausser in MITGRBRACHTER Erde, Dünger und Wasser. Weder der Regolith auf dem Mond noch die Marsoberfläche die komplett verseucht ist mit giftigem Perchlorat bietet mögliche Anbaufläche. Ein einziger, grosser Witz der nur dazu dient weitere Forschungsgelder zu erlangen für NULL Ergebnis.

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