Kanton Bern will Massnahmen für mehr Vogelschutz beim Bauen prüfen
Grosse Glasfenster oder -fassaden können für Vögel eine tödliche Gefahr sein. Der Kanton Bern will deshalb prüfen, welche Massnahmen für Bauende und Behörden künftig zweckmässig und verhältnismässig sein könnten, um Vogelschlag zu vermeiden.

Die Fachorganisationen Birdlife und Vogelwarte Sempach gehen in einem gemeinsamen Merkblatt davon aus, dass «Der Tod an Scheiben» heute im Siedlungsgebiet eines der grössten Vogelschutzprobleme darstellt. Mehrere Millionen Vögel kämen allein in der Schweiz jedes Jahr um. Vögel nehmen Glas nicht wahr, sondern erblicken den Lebensraum dahinter oder die in der Scheibe gespiegelte Landschaft.
Mehrere Grossratsmitglieder aus GLP, Mitte, FDP, SP, Grüne und EVP haben daher einen Vorstoss eingereicht, wonach der Regierungsrat rechtliche Grundlagen schaffen soll, dass bei Neu- und Umbauten Fenster, Fassaden und Glasflächen so gestaltet werden müsse, dass sie von den Vögeln als Hindernis wahrgenommen werden können.
Der Regierungsrat anerkennt in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf den Vorstoss das Problem des Vogelschlags. Bei kantonalen Neubauten und Gebäudesanierungen werde auf die Bedürfnisse der Vögel bereits heute Rücksicht genommen.
Es sei aber möglich, dass private Bauherrschaften teilweise zu wenig sensibilisiert seien, da bisher keine konkreten Vorgaben existierten und die Thematik des Vogelschlags im Baubewilligungsverfahren meist nicht aktiv geprüft werde.
Deshalb unterstützt der Regierungsrat das Vorhaben grundsätzlich, Neubauten möglichst ungefährlich für Vögel zu bauen und Bauherrschaften entsprechend zu sensibilisieren. Er zeigte sich bereit zu prüfen, welche Massnahmen zweckmässig und umsetzbar seien. Dem Grossen Rat beantragt er die Annahme des Vorstosses als Postulat.






