Gewalt

    Gewalt gegen Frauen: Hunderte demonstrieren in Bern

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Bern,

    In Bern gingen Hunderte gegen Gewalt an Frauen auf die Strasse. Anlass war ein umstrittener Nationalratsentscheid.

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    Auch schon im April setzten viele ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen – sie zündeten Kerzen für die Frauen und Mädchen an, die in der Schweiz durch Femizide ums Leben kamen. - keystone

    Mehrere hundert Menschen versammelten sich am Dienstagabend vor dem Bundeshaus. Sie forderten mehr finanzielle Mittel für den Schutz von Frauen vor geschlechtsspezifischer Gewalt, berichtet das «SRF».

    Der Nationalrat hatte zuvor beschlossen, eine Million Franken für Schutzmassnahmen nicht zu bewilligen. Diese Entscheidung löste heftige Empörung bei feministischen Organisationen aus.

    Gewalt an Frauen: Feministische Kollektive schlagen Alarm

    Hinter dem Demonstrationsaufruf stand das Feministische Streikkollektiv Bern. Die häusliche Gewalt in der Schweiz nehme zu und betreffe mehrheitlich Frauen, schrieb das Kollektiv, meldet das «SRF».

    Du bist du eine Frau und schon mal Opfer von Gewalt geworden?

    Bereits 27 Frauen und Mädchen wurden dieses Jahr Opfer von Femiziden. Der Schutz vor Gewalt sei keine Verhandlungsfrage, kritisierten die Aktivistinnen den Parlamentsentscheid, berichtet «Swissinfo.ch».

    Emotionale Parolen auf dem Bundesplatz

    Gegen 18.30 Uhr versammelten sich die Demonstrantinnen bei winterlichen Temperaturen auf dem Bundesplatz. Sie riefen Parolen wie «Shame on you» und zündeten zahlreiche Kerzen an, berichten Augenzeugen.

    Die Teilnehmenden skandierten auch «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns das Leben klaut». Der Protest richtete sich direkt an die politischen Entscheidungsträger im nahen Bundeshaus, meldet das «SRF».

    Hintergrund des Parlamentsentscheids

    Mit der abgelehnten Million hätten Massnahmen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention finanziert werden sollen. Der Ständerat hatte sich zuvor für die Aufstockung ausgesprochen, schreibt «Swissinfo.ch».

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    Die Gelder für die Bekämpfung gegen Gewalt an Frauen sollen nicht erhöht werden – so will es der Nationalrad. - keystone

    Auch die Finanzkommission des Nationalrats befürwortete die zusätzlichen Mittel. Am Mittwoch sollte der Antrag erneut im Ständerat behandelt werden.

    Statistik zeigt besorgniserregende Entwicklung

    Die Opferhilfestatistik zählte im vergangenen Jahr 49'055 Beratungen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Nachfrage nach solchen Beratungen steigt seit Jahren kontinuierlich an, berichtet das «SRF».

    Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Die grosse Mehrheit der Betroffenen wendet sich weder an Beratungsstellen noch erstattet sie Anzeige.

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    Kommentare

    User #6315 (nicht angemeldet)

    Das klingt vielleicht hart aber 27 sind wenig für 9 Millionen Einwohner.

    User #3885 (nicht angemeldet)

    Hoffentlich knickt der Nationalrat nicht ein. Das Gesez ist vorhanden. Die SP muss es nur zulassen, dass es angewandt wird. Es braucht nicht mehr Geld.

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