Das Stadtzürcher Parlament möchte das Kino Corso erhalten
Statt eines Event-Hauses möchte das Stadtzürcher Parlament das Kino Corso am Bellevue erhalten. Der Stadtrat soll prüfen, wie das traditionsreiche Kino weitergeführt werden kann.

Eine hitzige Debatte entfachten am Mittwochabend drei Vorstösse aus dem Gemeinderat. Alle zielten in die gleiche Richtung: Der Stadtrat Zürich solle prüfen, wie das Kino Corso nach der Instandstellung als Kino und Leuchtturm der Kinokultur erhalten bleiben kann.
Nach der für 2029 geplanten Auflösung des Mietvertrages mit der blue Enternainment AG soll eine neue Betreiberin in einem transparenten Verfahren gesucht werden. Damit soll verhindert werden, das funktionierende Kino Corso in ein «Event-Haus» umzunutzen, was wertvolle Kinosäle vernichte und dem Zürich Film Festival schade.
Herzstück der Kinokultur erhalten
«Das Herzstück der hiesigen Kinokultur schliessen zu wollen ist ein Tiefpunkt», sagte Mischa Schiwow von der AL. Er verstand nicht, warum Zürich auf einmal ein Event-Haus brauche und die Filmbranche nicht in diese Überlegungen einbezogen wurde.
Auch die Mitte findet die Eliminierung des Kinos «total daneben», wie Markus Haselbach sagte. Schliesslich handle es sich um das wichtigste Kino an bester Lage in Zürich.
Es sei nicht erstaunlich, dass der gesamte Gemeinderat aufschreie, wenn der Stadtrat in der Dunkelkammer eine Sanierung und ein neues Nutzungskonzept plane, äusserte sich Urs Riklin von den Grünen.
Das Corso und auch das Zürcher Film Festival brauche die verschiedenen Säle, brachte Sabine Koch von der FDP vor. Erstaunt zeigte sich Stefan Urech von der SVP, dass der Stadtrat dem Kino, das am besten läuft «den Stecker ziehen möchte». Neue Experimente seien zwar erwünscht, doch dafür gebe es auch anderen Raum, sagte Përparim Avdili von der FDP.
Gebäude nicht für Kino konzipiert
Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) konnte den ausgelösten Wirbel nachvollziehen. Allerdings sei das Gebäude nicht für ein Kino konzipiert worden. Die Sanierung werde daher schwierig und die Planung laufe auf keine fixen Säle hinaus. Dadurch soll das Gebäude eine neue Ausstrahlung erhalten. Das Zürich Film Festival könne das Corso in Zukunft weiter nutzen, versprach Leupi.
Sven Sobernheim von der GLP wollte den Abgesang auf das Kino nicht mittragen. «Wenn sich die Stadt entwickeln soll, muss man auch neuen Ideen Raum geben», sagte er. Dem stimmte auch die SP zu.
Die drei Vorstösse wurden jeweils mit knapper Mehrheit dem Stadtrat zur Prüfung überwiesen.










