Bündner Regierungsrat Peter Peyer denkt nach der Ausweitung der Zertifikatspflicht bereits an weitere Massnahmen. Er hält eine Pflicht im öV für möglich.
Peter Peyer
Der Bündner Regierungsrat Peter Peyer spricht sich für Zertifikatspflicht aus. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bündner Regierungsrat Peter Peyer steht hinter der Ausweitung des Covid-Zertifikats.
  • Er hält sogar eine Pflicht im öV für möglich.
  • Für ihn ist die Impfung der Weg aus der Pandemie.

Der Bündner Regierungsrat Peter Peyer ist zufrieden mit der Ausweitung der Zertifikatspflicht, wie sie der Bundesrat am Mittwoch beschlossen hat. Es sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, der allerdings «bitter nötig» sei. Peyer denkt bereits an weitere Schritte, etwa eine Zertifikatspflicht im öffentlichen Verkehr.

«Wir werden eine Zertifikatspflicht im öV und in den Läden in den nächsten Monaten zumindest prüfen müssen». Das sagte Peyer in einem am Mittwoch auf tagesanzeiger.ch veröffentlichten Interview.

Möglicher Widerstand gegen die Maskenpflicht

Im Moment stehe die Massnahme nicht im Vordergrund. «Aber je mehr Leute geimpft sind, desto kleiner ist das Verständnis für die Maskenpflicht beim Einkaufen oder Bahnfahren.»

Es stelle sich die Frage, wie lange die Geduld der Geimpften noch reiche, so Peyer weiter. Es sei verständlich, dass diejenigen Menschen, die ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet hätten, «ihr normales Leben zurückwollen». Peyer zeigt sich im Interview auch überzeugt, dass eine Mehrheit der Bevölkerung die Massnahmen des Bundes unterstützt.

Zuversichtlich ist Peyer mit Blick auf die für den Tourismuskanton wichtige Skisaison. Der Kanton habe errechnet, dass sich bis zum Start der Wintersaison rund 800 Personen pro Tag impfen lassen müssen. «Ich bin zuversichtlich, dass das klappt». Allerdings sei «ein vergleichbarer Effort selbstverständlich auch in den anderen Kantonen nötig».

Gelinge dies nicht, gebe es kaum Alternativszenarien. «Wenn die Zahlen bis Ende November nicht runterkommen, werden wir wieder über Kapazitätsbeschränkungen, Schliessungen und Terrassenverbote sprechen. Das will ich um jeden Preis vermeiden.»

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