Aufrüstung: Armee will bis zu 700 neue Vollzeitstellen schaffen
Drohnen, Flugabwehr und Cyberabwehr erhöhen den Personalbedarf. Verteidigungsminister Martin Pfister will möglichst viele Stellen intern kompensieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Armee und Armasuisse erwarten wegen der Aufrüstung mehr Personalbedarf.
- Zwischen 2028 und 2035 geht es um 660 bis 700 Vollzeitstellen.
- Nötig sind Fachkräfte für Drohnen, Flugabwehr und Cyberabwehr.
Rund 660 bis 700 Vollzeitstellen zwischen 2028 und 2035: Mit diesem zusätzlichen Personalbedarf rechnen die Schweizer Armee und das Bundesamt für Rüstung Armasuisse wegen der geplanten Aufrüstung.
Das geht aus einem Sitzungsprotokoll des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hervor, wie SRF berichtet. Bereits heute beschäftigen Armee und Armasuisse zusammen rund 10'500 Personen.
Neue Systeme erhöhen Personalbedarf
Grund für den Mehrbedarf sind neue Systeme wie Drohnen, Flugabwehr und Cyberabwehr. Für deren Betrieb, Unterhalt und Verwaltung braucht es zusätzliches Fachpersonal.
Verteidigungsminister Martin Pfister will gemäss dem Sender möglichst viele dieser Stellen durch Einsparungen an anderer Stelle kompensieren. Geplant sind unter anderem schlankere Führungsstrukturen sowie stärker zentralisierte Kommunikations-, Personal- und Finanzbereiche.
Armee und Armasuisse bezweifeln allerdings, dass sich der gesamte zusätzliche Stellenbedarf intern auffangen lässt. Im Protokoll äussern sie sich «skeptisch, dass die Vorgabe, sämtliches zusätzlich benötigtes Personal intern zu kompensieren, möglich ist».
Sie verweisen darauf, dass sich mit der Verdoppelung der Budgets für Beschaffungen und Immobilien auch der Aufwand erhöhe. «Das Material muss auch bewirtschaftet werden.»
Pfister erwartet weitere Effizienzgewinne
Das VBS erklärt gegenüber SRF, die Diskussionen seien noch nicht abgeschlossen. Unklar sei weiterhin, wie viele Stellen tatsächlich intern eingespart werden könnten. Aus dem Protokoll geht zugleich hervor, dass Pfister weitere Effizienzgewinne erwartet.
Für den Verteidigungsminister entsteht damit ein finanzieller Zielkonflikt: Stellen, die nicht intern kompensiert werden können, müssen aus Mitteln bezahlt werden, die auch für neue Rüstungsgüter vorgesehen sind.
Je höher der zusätzliche Personalaufwand ausfällt, desto weniger Geld bleibt für den Kauf von Flugabwehrsystemen, Drohnen und Cyberabwehrmitteln.















