Aargau: Echtzeit-Warnsystem beim Gewässerschutz nicht praktikabel

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Der Aargauer Regierungsrat lehnt ein von mehreren Politikerinnen und Politikern gefordertes Echtzeit-Frühwarnsystem zum Gewässerschutz als nicht umsetzbar ab. Der Kanton setzt dafür auf optimiertes Monitoring und einen verbesserten interkantonalen Datenaustausch.

Die Aargauer Regierung setzt beim Gewässerschutz auf ein optimiertes Monitoring und auf einen verbesserten interkantonalen Datenaustausch. Auf dem Bild ist die Reuss bei der Stadt Brem...
Die Aargauer Regierung setzt beim Gewässerschutz auf ein optimiertes Monitoring und auf einen verbesserten interkantonalen Datenaustausch. Auf dem Bild ist die Reuss bei der Stadt Brem... - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Ein effektives Frühwarnsystem zur Erkennung von Belastungsspitzen im rund 3000 Kilometer langen Aargauer Gewässernetz sei in der geforderten Art nicht umsetzbar, hält der Regierungsrat in der Stellungnahme zu einem Postulat aus den Reihen von SP, Mitte, Grünen, GLP und EVP fest.

Ein solches System würde laut Regierungsrat eine Erfassung der Wasserqualität quasi in Echtzeit erfordern. Die analytische Auswertung von Mikroverunreinigungen nehme jedoch Tage in Anspruch. Zudem fehle es an realistischen Eingreifmöglichkeiten im «Alarmfall».

Ein Abpumpen oder Stauen ganzer Gewässerabschnitte sei, anders als etwa bei einer Ölverschmutzung, kaum wirksam. Die gelösten Stoffe befänden sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Wasser. Die grösste Herausforderung bei Gewässerverschmutzungen liegt gemäss der Regierung vielmehr in der Identifikation der Verursacher.

Trotz dieser Einschränkung sieht die Kantonsregierung einen Handlungsspielraum. Das bereits bestehende Monitoring, das auf nationalen Messnetzen sowie regionalen Untersuchungen mit Zwei-Wochen-Sammelproben basiert, ist demnach bei Akteuren wie dem Bauernverband und dem Fischereiverband breit akzeptiert.

Dennoch solle im Rahmen der geplanten kantonalen Wasserstrategie geprüft werden, ob punktuelle Verbesserungen des Monitorings notwendig seien, hält der Regierungsrat fest. Verbesserungsbedarf ortet er vor allem bei der Datenverfügbarkeit und der interkantonalen Kommunikation.

Künftig sollen die Messdaten vermehrt über Internetplattformen zugänglich gemacht werden. Zudem prüft der Kanton die Mitarbeit an einer interkantonalen Datenbank, um den zeitnahen Informationsaustausch über Kantonsgrenzen hinweg zu stärken und problematische Substanzen früher zu erkennen.

Das Postulat forderte griffigere Massnahmen gegen Gewässerverunreinigungen. Im Fokus stehen dabei insbesondere organische Mikroverunreinigungen wie Pflanzenschutzmittel, Medikamente und Industriechemikalien.

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