Zwei Tote bei neuen Protesten in Chile

AFP
AFP

Chile,

In Chile sind bei neuen gewaltsamen Proteste zwei Menschen getötet worden – beide wurden während einer Demonstration angefahren.

chile
Der Tod eines Fussballfans löste in Chile gewaltsame Proteste aus. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • In Chile kam es erneut zu Plünderungen und Barrikaden.
  • Dabei verstarben zwei Demonstranten.

Ein 22 Jahre alter Mann erlag am Donnerstag seinen Verletzungen, nachdem er von einem Bus angefahren worden war, wie die Polizei mitteilte. Der Mann hatte im Süden der Hauptstadt Santiago de Chile demonstriert, als er von dem Bus angefahren wurde. Dieser war kurz zuvor von vermummten Angreifern gestohlen worden.

Bereits am Dienstag starb ein Fussballfan. Er war von einem Polizeibus angefahren worden, als Hooligans sich nach einem Spiel im Colo-Colo-Stadion im Süden der Hauptstadt Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften lieferten.

Fussballfans schlossen sich Protesten an

Seit dem Beginn der Krise Mitte Oktober haben sich chilenische Ultras den Protesten angeschlossen. In den Fussballstadien werden regelmässig Lieder gegen die Regierung angestimmt. Am Mittwochabend setzten Fussballfans aus Protest gegen den Tod ihres Mitstreiters Barrikaden in der Nähe des Stadions in Brand.

Protest Tod Fussballfan
Nach einem Protest wegen eines toten Fussballfans, der von einem Polizeifahrzeug angefahren wurde, versuchen Polizisten, ein Brand in einem Polizeifahrzeug zu löschen. - dpa

Eine Metrostation, ein Geschäft und ein Polizeiwagen wurden bei den Zusammenstössen, die sich über mehrere Bezirke im Süden der Stadt erstreckten, in Brand gesetzt. Drei Supermärkte wurden geplündert, öffentliche Gebäude angezündet. In anderen Vierteln wurden zwei Polizeiwachen angegriffen. Zusammenstösse gab es auch in den Städten Valparaíso und Concepción.

Unruhen liessen zwischenzeitlich nach

Nach den wochenlangen Massenprotesten im vergangenen Jahr hatten die Unruhen zwischenzeitig nachgelassen. Eine Zeit lang gab es nur Freitagsdemonstrationen im Zentrum der Hauptstadt.

Tod eines Fussballfans Chile
Eine Frau betrachtet die Kerzen und Nachrichten, die im Gedenken an einen von der Polizei überfahrenen Fussballfan aufgestellt wurden. - dpa

Die Massenproteste richteten sich zunächst gegen eine Erhöhung der Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr. Die Demonstranten kritisieren aber auch niedrige Löhne, hohe Kosten für Bildung und Gesundheit sowie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in dem südamerikanischen Land.

Präsident Sebastián Piñera kündigte für den 26. April ein Verfassungsreferendum an. Die Forderung nach einer Änderung der Verfassung aus der Zeit des Diktators Augusto Pinochet (1973-90) gehörte zu den zentralen Anliegen der Demonstranten. Bei den Massenprotesten wurden rund 30 Menschen getötet und tausende verletzt.

Kommentare

Weiterlesen

streik
Tausende Frauen
Proteste in Chile
In Chile

MEHR IN NEWS

Schaffhauser Polizei
1 Interaktionen
Schaffhausen
Geothermie
6 Interaktionen
Energie-Hoffnung
gabbar
7 Interaktionen
Für kranken Ehemann
china bayer
Pharmawachstum

MEHR AUS CHILE

Autor Markus Fässler
24 Interaktionen
«Anderer Planet»
Stop
1 Interaktionen
Santiago de Chile