Wie China und die USA den Indopazifik neu ordnen
Am Shangri-La-Dialog in Singapur zeigte sich: China und USA nähern sich an. Doch für viele kleinere Staaten ist das keine reine Freude.

Beim wichtigsten Sicherheitsforum Asiens war der Tonfall zwischen Peking und Washington diesmal auffallend gemässigt. Verbale Eskalationen wie in der Vergangenheit blieben weitgehend aus, wie das «SRF» berichtet.
Das heikle Thema Taiwan sprachen die USA am Shangri-La-Dialog in Singapur nicht einmal an. Laut SRF-Diplomatenkorrespondent Fredy Gsteiger liegt das daran, dass US-Präsident Donald Trump China offenbar als gleichwertige Supermacht akzeptiert.
Die Beziehungen zwischen den USA und China seien besser als seit vielen Jahren. Dies betonte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth laut dem «SRF».
Ambivalente Strategie der USA gegenüber China
Trotz der neuen Milde warnte Hegseth in Singapur vor Chinas raschem militärischem Ausbau im Indopazifik. Er forderte asiatische Verbündete auf, ihre Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen, wie das «SRF» meldet.
China-Experte Sebastian Heilmann von der Universität Trier spricht laut «ZDFheute» von einer tiefen Ambivalenz in der China-Strategie Washingtons. Einerseits gelte China als geostrategischer Erzrivale, andererseits wolle Washington wegen Chinas Wirtschaftskraft kooperieren.
Heilmann hält fest, vieles laufe derzeit sehr im Interesse Chinas, so «ZDFheute». Die USA schwächten sich strategisch selbst.
Skepsis der kleineren Staaten wächst
Indopazifische Länder wie Japan, die Philippinen oder Australien beobachten die Annäherung mit Unbehagen. Laut SRF-Korrespondent Gsteiger befürchten sie, von den USA sicherheitspolitisch weniger unterstützt zu werden.

Auf der Sicherheitskonferenz in Singapur wurden auch die Spannungen zwischen Japan und China deutlich. Japan warnte vor Chinas Aufrüstung, wie das «Handelsblatt» berichtet.
Xi dürfte Chinas regionale Dominanz weiter ausbauen wollen, solange Washington weniger Interesse daran hat, Peking in Schach zu halten. Trump vertrete explizit die Idee einer von den beiden Supermächten gemeinsam geführten Weltordnung, wie das «SRF» einordnet.












