Wadephul setzt Krisenreise zum Iran-Krieg in Riad fort
Aussenminister Johann Wadephul setzt in Saudi-Arabien seinen Krisenbesuch in vom Iran-Krieg betroffenen Ländern fort. Der CDU-Politiker kam am Abend in der Hauptstadt Riad mit dem saudischen Aussenminister Faisal bin Farhan zusammen. Wadephul wollte auch ausloten, welche Perspektiven die Regierung in dem Golf-Königreich für ein Ende der Angriffe Israels und der USA auf den Iran und für die Zeit danach sieht.

Am Sonntag war es in Saudi-Arabien erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs infolge eines mutmasslich iranischen Angriffs zu Todesfällen gekommen. Zwei Menschen seien beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude im Gouvernement al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad getötet worden, sagte ein Sprecher des saudischen Zivilschutzes.
Saudi-Arabien ist trotz eines laufenden Wirtschaftsumbaus weiterhin stark abhängig von Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Entsprechend ist das Land auf die Schifffahrt in der Strasse von Hormus angewiesen, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports läuft.
Der Geschäftsführer des staatlichen Ölkonzerns Aramco, Amin Nasser, sagte laut Berichten, eine Blockade des Seewegs hätte «katastrophale Folgen» für die Energiemärkte. Wegen der Störungen im Zuge des Iran-Kriegs kann Aramco schon jetzt kein Öl mehr über den Persischen Golf liefern.
Saudi-Arabien wurde seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran am 28. Februar mehrmals Ziel iranischer Gegenangriffe. Auch die US-Botschaft in Riad war von zwei Drohnen angegriffen worden. Dabei entstand nach Angaben des saudischen Vereidigungsministeriums geringer Sachschaden. Die USA wiesen angesichts der Sicherheitslage einen Teil ihres Botschaftspersonals an, das Land zu verlassen.
Vor der Weiterreise nach Saudi-Arabien hatte Wadephul aus Zypern kommend am Dienstag als erster europäischer Aussenminister seit Beginn des Krieges Israel besucht. Israel und die USA hatten den Iran Ende Februar gemeinsam angegriffen. Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz massiv bedroht. Auch die USA verweisen auf die Bedrohung durch die iranische Führung.














