USA und Iran – Was steckt hinter dem Friedensdeal
USA und Iran haben ein Rahmenabkommen geschlossen. Was über den Deal bekannt ist und was er für Wirtschaft und Weltpolitik bedeutet.

Nach wochenlangen Verhandlungen verkündeten USA und Iran am Sonntag einen diplomatischen Durchbruch. Die Einigung fiel auf einen symbolträchtigen Tag: Trumps 80. Geburtstag — und soll weitere Gespräche einleiten.
Wie die «Zeit» berichtet, bestätigte neben beiden Konfliktparteien auch Vermittler Pakistan die Einigung.
Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif erklärte, beide Seiten hätten die sofortige und endgültige Beendigung aller Militäroperationen zugesichert. Das gelte auch für den Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon.
Was das Abkommen zwischen USA und Iran vorsieht
Laut «T-Online» umfasst das 14-Punkte-Rahmenabkommen auch die Öffnung der Strasse von Hormus unter iranischer Regie. Innerhalb von 30 Tagen sollen die US-Seeblockade aufgehoben und die Sanktionen gegen iranischen Öl- und Petrochemiehandel ausgesetzt werden.
Eingefrorene iranische Gelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar (etwa 19,1 Milliarden Franken) sollen ebenfalls freigegeben werden. Die Hälfte davon ist Vorbedingung für den Beginn der abschliessenden Verhandlungen.
In einer zweiten Phase sollen USA und Iran innerhalb von 60 Tagen über das Atomprogramm verhandeln. Das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen sind dabei laut der «Zeit» explizit ausgenommen.
Trumps Reaktion auf den Deal mit Iran
US-Präsident Donald Trump feierte die Einigung und forderte «die Schiffe dieser Welt» auf, ihre Motoren anzuwerfen. Gegenüber dem «Wall Street Journal» betonte er, Bargeldzahlungen seien im Abkommen nicht vorgesehen, schreibt die «Zeit».

Trump kritisierte zudem öffentlich Israels Premier Benjamin Netanjahu. Dies, weil Israel kurz vor Verkündung der Einigung noch Ziele im Libanon angegriffen hatte.
Er bezeichnete das iranische Regime gegenüber dem «Wall Street Journal» als «rational» und schloss einen Regierungswechsel in Teheran aus.
Unterzeichnung in Genf und Reaktionen auf die Einigung
Die offizielle Unterzeichnung ist laut der «Zeit» für Freitag, den 19. Juni, in Genf geplant. Vizepräsident JD Vance erklärte auf Fox News, er plane dort anwesend zu sein — möglicherweise sogar Trump selbst.
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Einigung zwischen USA und Iran auf X als diplomatischen Durchbruch. Er forderte eine zielstrebige Umsetzung.
Die E4-Gruppe aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien stellte Sanktionserleichterungen in Aussicht, sollte der Iran überprüfbare Schritte beim Atomprogramm unternehmen.
Was das Ende des Krieges für die Wirtschaft bedeutet
Die Finanzmärkte reagierten sofort: Asiatische Börsen stiegen deutlich, der Ölpreis fiel auf den tiefsten Stand seit März, wie das «Handelsblatt» berichtet.

Ökonom Timo Wollmershäuser vom Münchner Ifo-Institut erwartet sinkende Inflationsraten und eine zurückkehrende Kaufkraft der Verbraucher.
Einen sofortigen Effekt hält Wollmershäuser aber für unwahrscheinlich: Beschädigte Produktionsanlagen bremsen die Normalisierung des Ölangebots. Ein ADAC-Sprecher sagte gegenüber dem «Handelsblatt», unmittelbare Preissenkungen an der Zapfsäule seien nicht zu erwarten.












