USA starten gegen Iran härteste Finanzoffensive aller Zeiten
Die USA treiben Iran in die wirtschaftliche Isolation. Finanzminister Bessent kündigt das härteste Sanktionspaket in der Geschichte an.

Die USA erhöhen massiv den wirtschaftlichen Druck auf Teheran und richten sich dabei auch gegen Drittstaaten. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die Massnahmen als grösste Finanzoffensive, die je gegen einen Gegner lanciert wurde, wie «Euronews» berichtet.
Konkret nimmt Washington fünf Bereiche ins Visier, über die Iran Einnahmen erzielt oder Sanktionen umgeht. Dazu gehören laut dem «SRF» digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt.
Knapp 60 Unternehmen, Personen und Schiffe hat das US-Finanzministerium neu auf die Sanktionsliste gesetzt. Sie stehen nach Angaben der US-Regierung in Verbindung mit dem iranischen Wirtschafts- und Ölgeschäft, berichtet das «SRF».
Schlüsselrolle für China
Ein zentrales Element ist der Druck auf Drittstaaten, die weiter mit Iran Handel treiben. Wer das nicht einstelle, müsse mit US-Strafmassnahmen rechnen, so Bessent, ohne konkrete Länder oder einen Zeitplan zu nennen.
Klar ist aber, wen Washington vor allem meint: China. Iran-Expertin Barbara Slavin vom Stimson Center erklärte gegenüber «ZDFheute», dass rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China gehen.
«China hat in der Vergangenheit Wege gefunden, trotz der Sanktionen iranisches Öl zu kaufen», sagte Slavin gemäss «ZDFheute». Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums liess verlauten, Sanktionen und Druck würden das Problem nicht lösen.
Innenpolitischer Druck auf Trump
Das «SRF» macht darauf aufmerksam, dass die Situation für Trump auch innenpolitisch heikel ist. Bereits jetzt gibt es Kritik an der Iran-Politik, auch aus den eigenen Reihen der Republikanischen Partei.
Diese könnte zunehmen, wenn die Sanktionen steigende Öl- und Benzinpreise zur Folge haben. Die Zwischenwahlen in gut zwei Monaten gelten laut dem «SRF» als wichtiger Stimmungstest für die Regierung.
Politikwissenschaftler Mehrzad Boroujerdi vermutet laut «ZDFheute», Trump wolle mit Wirtschaftsdruck Stärke demonstrieren und Militäreinsätze herunterfahren. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt offen.
Sanktionen der USA: Wirkung unsicher
Experten zweifeln, dass Iran sich vom eingeschlagenen Kurs abbringen lässt. Das Regime sei seit Jahrzehnten geübt darin, mit US-Sanktionen umzugehen, sagt Expertin Slavin laut «ZDFheute».

Getroffen würden am Ende vor allem die einfachen Menschen im Iran, so Slavin. Dieses Muster wiederhole sich laut der Expertin seit 47 Jahren.
Das «SRF» hält fest, selbst wenn die Massnahmen wirtschaftlich Wirkung zeigen, bleibt unklar, ob sie den gewünschten politischen Durchbruch bringen. Entscheidend werde sein, ob die USA China tatsächlich auf ihre Seite bringen können.
















