Ukraine bremst Fedorow aus – Wahlen nur nach dem Krieg
In der Ukraine ebben die Fedorow-Proteste ab. Sein Ruf nach Wahlen im Krieg spaltet seine eigenen Unterstützer.

In der Ukraine demonstrierten wochenlang Tausende für die Rückkehr von Mychajlo Fedorow als Verteidigungsminister. Nun hat der entlassene Ex-Minister in einer Videoansprache Wahlen trotz aktiven Krieges gefordert, wie «Euronews» berichtet.
Fedorows Forderung löste jedoch bei seinen eigenen Anhängern Widerspruch aus. Führende Organisatoren der Proteste distanzierten sich rasch von seinem Vorstoss.
Der Kriegsveteran und Protestorganisator Dmytro Koziatynskyj bezog auf X klar Position. Er lehne Wahlen ab, solange der Krieg andauere, schrieb er laut «Euronews».
Wahlen im Krieg – eine Spaltung, die sich Ukraine nicht leisten kann
Koziatynskyj räumte aber auch ein, seine Ablehnung sei nicht mehr ganz so kategorisch wie noch vor einem Monat. Er begründete dies damit, dass ein Wahlkampf das Land in einer kritischen Phase spalten würde, wie «Euronews» festhält.
Er betonte zudem, die Proteste hätten nie Fedorow als Person, sondern Reformen in der Verteidigungspolitik zum Ziel gehabt. «Diese Proteste zielten auf Dialog und Reformen, nicht auf Personen», sagte er.
Fedorow hatte zuvor erklärt, die Demokratie in der Ukraine dürfe nicht dauerhaft vom Willen Russlands abhängig sein. «Wir dürfen nicht zulassen, dass Putin entscheidet, wann die Ukrainer ihre Regierung wählen können», sagte er, wie «T-Online» berichtet.
Neuer Verteidigungsminister für die Ukraine bestätigt
Das ukrainische Parlament bestätigte unterdessen Jewhenij Chmara als neuen Verteidigungsminister, berichtet der «Tagesspiegel». Er gilt als Experte für Drohneneinsätze und hat den Rang eines Generalmajors inne.
Koziatynskyj stellte sich ausdrücklich hinter den Nachfolger Fedorows. Er hoffe, dass Chmara den Kurs der Reformen und den Kampf gegen Korruption im Verteidigungsbereich fortführe, berichtet «Euronews».

Als Teilerfolge der Protestbewegung nannte er die Ablösung von Armeechef Olexander Syrskyj und die Ernennung von Mykhailo Drapatyj. Er zog damit einen Schlussstrich unter einen Monat täglicher Kundgebungen in der Ukraine.
Reaktionen auf Fedorows Wahlen-Vorstoss
Auch aus dem Präsidialamt kam eine klare Absage an mögliche Wahlen. Berater Dmytro Lytvyn erklärte, die täglichen russischen Drohnen- und Raketenangriffe gäben darauf die deutlichste Antwort, berichtet «Euronews».
In sozialen Netzwerken kritisierten viele Nutzerinnen und Nutzer das Timing von Fedorows Auftritt. Sie fragten, warum er Wahlen erst jetzt fordere – nachdem eine Rückkehr ins Ministerium endgültig vom Tisch sei.
Auch Soldaten meldeten sich zu Wort. Einer fragte laut «Euronews», ob die Truppen ihre Stimmen nahe den Kampfzonen in Kostyantynivka oder Pokrovsk abgeben sollten.
















