Weisses Haus: Verhandlungen mit dem Iran am Freitag

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Die USA und der Iran nehmen in Oman neue Gespräche über Teherans Atomprogramm auf.

ARCHIV - Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hört während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus zu. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
ARCHIV - Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hört während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus zu. Foto: Evan Vucci/AP/dpa - Keystone/AP/Evan Vucci

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA/Iran-Gespräche beginnen am Freitag in Maskat um 10.00 Uhr Ortszeit.
  • Der Iran will ausschliesslich über das Atomprogramm und Sanktionen sprechen.
  • Die USA drängen zusätzlich auf Themen wie Raketenprogramm und Milizen.

Die USA und der Iran nehmen an diesem Freitag im Golfstaat Oman neue Gespräche über Teherans umstrittenes Atomprogramm auf. Beide Seiten bestätigten das Treffen in der Hauptstadt Maskat, das vor dem Hintergrund massiver Spannungen und wiederholter militärischer Drohungen aus Washington stattfindet.

Irans Aussenminister Abbas Araghtschi forderte im Vorfeld Verhandlungen «auf Augenhöhe». «Gleichberechtigung, gegenseitiger Respekt und gegenseitige Interessen sind keine Rhetorik – sie sind unverzichtbar und die tragenden Säulen eines dauerhaften Abkommens», schrieb er auf der Plattform X. Man handle in gutem Glauben, bestehe aber «entschlossen auf unseren Rechten».

Iran will nur über Atomprogramm und Lockerungen von Sanktionen sprechen

Araghtschi wird bei den Gesprächen unter anderem von seinen Vizeministern Madschid Tacht-Rawantschi und Kasem Gharibabadi begleitet. Die Gespräche sollen um 10.00 Uhr Ortszeit beginnen. Nach Angaben des staatlichen iranischen Rundfunks will Teheran ausschliesslich über das Atomprogramm sowie mögliche Lockerungen von Sanktionen sprechen.

Washington verfolgt hingegen einen breiteren Ansatz. Für die USA werden der Sondergesandte Steve Witkoff sowie Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, in Maskat erwartet. Das Weisse Haus erklärte, Trump wolle prüfen, ob ein Abkommen möglich sei, lehne aber «jegliche nukleare Aktivitäten des Irans» klar ab. Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte zugleich, dem Präsidenten stünden «neben der Diplomatie noch viele weitere Optionen» zur Verfügung.

Unklar bleibt die genaue Tagesordnung. Die US-Seite drängt darauf, neben dem Atomprogramm auch Irans Raketenentwicklung sowie die Unterstützung verbündeter Milizen wie Hamas, Hisbollah und Huthi zu thematisieren. Teheran lehnt dies bislang ab.

Gespräche inmiten aufgeheiztem politischem Klima

Die Gespräche finden in einem aufgeheizten politischen Klima statt. Trump hatte den Iran zuletzt erneut mit Angriffen gedroht und dem obersten Führer Ali Chamenei indirekt «schlimme Dinge» in Aussicht gestellt, sollte Teheran sein Atomprogramm weiterverfolgen. Auch US-Vizepräsident JD Vance äusserte sich skeptisch. Diplomatie mit dem Iran sei ausserordentlich schwierig, da die entscheidende Macht beim Obersten Führer liege, der nicht direkt mit den USA spreche.

Kritik kommt zudem von Teilen der iranischen Bevölkerung. Viele Iranerinnen und Iraner, die zuletzt gegen das autoritäre System demonstriert hatten, befürchten, neue Gespräche könnten der Führung in Teheran internationale Legitimität verschaffen. Ob die Verhandlungen tatsächlich einen diplomatischen Durchbruch bringen, bleibt offen.

Kommentare

User #2629 (nicht angemeldet)

So hohe Dreitritte gibts nicht im Iran.

User #1398 (nicht angemeldet)

Hoffentlich wird die Iranische Führung bald abgesetzt und es kommen bessere Zeiten für die Menschen dort.

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