Grahams Trauerfeier wird für Trump zum Doppelgipfel
Bei der Trauerfeier für Senator Lindsey Graham nutzen Netanjahu und Selenskyj die Gelegenheit für Gespräche mit Trump im Weissen Haus.

Die Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham wurde zum Schauplatz intensiver Weltpolitik. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzten die Gedenkveranstaltung für politische Gespräche in Washington.
Trump empfing beide vorab separat zu bilateralen Gesprächen im Weissen Haus, wie der «Tagesspiegel» berichtet. Bilder zeigten zudem, wie Netanjahu und Selenskyj auch am Rande der Trauerfeier direkt miteinander sprachen.
Der Republikaner Graham war Mitte Juli im Alter von 71 Jahren an den Folgen einer Gefässerkrankung gestorben. Er hatte sich als wichtiger Unterstützer sowohl Israels als auch der Ukraine einen Namen gemacht.
Trump würdigt Graham an Trauerfeier als amerikanisches Original
In seiner Gedenkrede würdigte Trump Graham als geliebten Freund und treuen Bruder, wie der «Tagesspiegel» berichtet.
Zudem bezeichnete Trump ihn als hoch angesehenen Staatsmann, prägende Figur des US-Senats und «ein wahres amerikanisches Original».
«Es gab wirklich niemanden wie Lindsey Graham», sagte Trump laut dem «Tagesspiegel». Trumps Sprecherin Karoline Leavitt schrieb nach den Treffen auf X, beide Gespräche seien «positiv und produktiv» verlaufen.
Netanjahu drängt auf Einigkeit mit Trump
Für Netanjahu war es entscheidend, vor der richtungsweisenden Wahl in Israel im Oktober eine geschlossene Front mit Trump zu präsentieren. Es war das erste Weisse-Haus-Treffen der beiden seit Beginn des Iran-Kriegs.
Netanjahu machte zu Beginn seiner US-Reise klar, dass Iran das wichtigste Thema beim Treffen mit Trump sein werde. Laut dem «Tagesspiegel» wollte er Trump Geheimdienstinformationen über mutmassliche iranische Bestrebungen vorlegen, eine Atomwaffe zu entwickeln.

Trump liess erkennen, dass er eine diplomatische Einigung mit dem Iran schwereren Angriffen vorziehe. Laut «ZDFheute» dürfte es eine grosse Herausforderung sein, Trump von einem neuen Militäreinsatz gegen den Iran zu überzeugen.
Selenskyj fordert Patriot-Raketen und Sanktionen
Für Selenskyj sind vor dem kommenden Winter neue Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen besonders dringlich, wie das «Handelsblatt» berichtet. Selenskyj schrieb nach dem Treffen auf X, er habe mit Trump über Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen gesprochen.
Es wird erwartet, dass Selenskyj auch Senatoren beider Parteien trifft, nachdem alle 100 Senatoren dazu eingeladen wurden.
Senatoren beider Parteien einigten sich zudem auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland, das Grahams Namen tragen soll. Es soll vor allem russische Erdgas- und Ölexporte treffen, wie das «Handelsblatt» berichtet.












