Ukraine soll nachgeben – Putin beharrt auf Kriegszielen
Putin besteht auf weitreichenden Zugeständnissen der Ukraine. Moskau schliesst Kompromisse bei besetzten Gebieten kategorisch aus.

Die Friedensverhandlungen im Krieg gegen die Ukraine stecken fest wie selten zuvor. Während Kiew Gebietsabtretungen ablehnt, erhöht Moskau seinen Druck deutlich.
Nach Angaben kremlnaher Quellen soll Russland seine besetzten Gebiete im Rahmen eines möglichen Abkommens nicht zurückgeben, wie der «Merkur» berichtet. Moskau plant demnach, besetzte Teile der Regionen Sumy und Charkiw langfristig als Pufferzonen unter eigener Kontrolle zu halten.
Putin schliesst derzeit Kompromisse bei den Gebietsfragen im Ukraine-Krieg aus. Der Kreml wertet die verschärfte Rhetorik Washingtons als Zeichen, dass informelle Verständigungen aus dem Alaska-Gipfel 2025 nicht mehr gelten.
Peskow: Ukraine verliere ihren Verhandlungsspielraum
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte laut dem «Focus», die Lage für die Ukraine verschlechtere sich «von Tag zu Tag». Der «Entscheidungsspielraum» für Kiew werde «immer geringer», so Peskow wörtlich.
Der Kremlsprecher forderte zudem Wolodymyr Selenskyj auf, Verantwortung zu übernehmen und die richtige Entscheidung zu treffen. Moskau lehnt eine Waffenruhe ohne Vorbedingungen weiterhin kategorisch ab.
Seit Anfang 2026 gab es drei Gesprächsrunden unter US-Vermittlung – zwei in Abu Dhabi und eine in Genf. Ein Durchbruch blieb aus, da Kiew Gebietsabtretungen ablehnt, während Moskau weitreichende Zugeständnisse fordert, wie der «Merkur» festhält.
Putin greift zu Geschichtsrevisionismus
Beim «Tag der Marine» in Sankt Petersburg hielt Putin am 26. Juli vor Marinesoldaten eine Rede mit weitreichenden historischen Ansprüchen. Er erklärte laut «T-Online», die westlichen Regionen der Ukraine seien historisch ein «Geschenk» Josef Stalins gewesen. Nicht an die Ukraine als Staat, sondern «im Rahmen eines einzigen Staates».
Putin prognostizierte, das Land werde bestimmte westliche Gebiete «früher oder später» verlieren. Er äusserte sich dabei wörtlich: «Ich bin sicher, die Ukraine wird diese westlichen Gebiete früher oder später verlieren.»

Russland hat in seiner Verfassung bereits festgeschrieben, dass die völkerrechtswidrig annektierten Gebiete Cherson, Saporischschja, Donezk und Luhansk zu Russland gehören. Bislang kontrollieren Kremltruppen keines dieser Gebiete vollständig.
Opferzahlen steigen dramatisch
Die UN-Menschenrechtsmission in der Ukraine dokumentierte im ersten Halbjahr 2026 laut dem «Merkur» 1396 zivile Todesopfer sowie 7978 verletzte Zivilisten.
Dies entspreche einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, Thameen Al-Kheetan, erklärte: «Zivilisten und zivile Infrastruktur stehen unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts. Jeder vorsätzliche Angriff dieser Art ist ein Kriegsverbrechen.»












