Iran-Ticker: USA und Iran stehen kurz vor Deal zu Kriegsende

Die USA erklären die Operation «Epic Fury» für abgeschlossen und pausieren den Einsatz für die Hormus-Durchfahrt. Alles Neue gibt es hier im Ticker.

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Donald Trump hat das «Projekt Freiheit» gestoppt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA haben die Ziele im Iran erreicht und die Operation Epic Fury für beendet erklärt.
  • Der Einsatz zur Sicherstellung einer freien Fahrt durch die Strasse von Hormus pausiert.
  • Die seit dem 8. April geltende Waffenruhe zwischen den USA und Iran steht auf der Kippe.

US-Aussenminister Marco Rubio hat die US-Operation «Epic Fury» für beendet erklärt, die Ziele seien erreicht. Dennoch bleibt die Lage zwischen den USA und dem Iran sowie im gesamten Nahen Osten unsicher.

Die Strasse von Hormus ist weiterhin blockiert, laut Rubio wollen sich die USA nun auf «Project Freedom» fokussieren. Doch Donald Trump hat die Initiative zur Sicherung einer freien Fahrt durch die Meerenge pausiert. Die brüchige Waffenruhe gilt aber weiterhin, Verhandlungen stocken.

Wie schätzt du die Lage im Konflikt USA–Iran ein?

Auch zwischen Israel und dem Libanon herrscht eine Feuerpause – wenn auch eine brüchige. Beide Seiten werfen sich Verstösse gegen das Abkommen vor. Weitere Verhandlungen über ein Kriegsende sind vorgesehen.

Alle Informationen zur Lage im Nahen Osten liest du hier im Ticker von Nau.ch:

Trump: Iran hat Verzicht auf Atomwaffen zugesagt

21.45: Der Iran hat nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump zugesichert, keine Atomwaffen zu besitzen. «Iran darf keine Atomwaffe haben (...) und sie haben dem zugestimmt», sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Teheran habe zudem auch bei anderen Punkten zugestimmt – welche das sein sollen, liess der Republikaner offen.

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Aktuell deutet alles auf eine baldige Einigung zwischen den USA und dem Iran hin. - keystone

Trump bezeichnete unterdessen die jüngsten Gespräche mit dem Iran als «sehr gut». «Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden», sagte er.

Trump sieht Iran-Deal kurz bevorstehen

20.17: Donald Trump sieht die USA nach eigenen Worten kurz vor einer Einigung mit dem Iran zur Beendigung des Konflikts. Man sei «sehr nah dran», sagte Trump dem US-Sender PBS laut Transkript eines Telefoninterviews. Eine Einigung könne möglicherweise noch vor seiner für kommende Woche geplanten China-Reise zustande kommen.

Falls es keinen Deal gebe, müsse man wieder damit anfangen, den Iran «in Grund und Boden zu bombardieren», sagte Trump.

Trump bestätigte in dem Interview auch mehrere Punkte einer möglichen Vereinbarung, über die zuvor bereits übereinstimmend das «Wall Street Journal», der Sender CNN und das Nachrichtenportal «Axios» berichtet hatten. Dieses sieht demnach vor, dass der Iran sein hochangereichertes Uran an die USA übergeben soll. Auf die Frage, ob das Material möglicherweise in die USA gebracht werden solle, antwortete Trump: «Nein, nicht vielleicht, es geht in die Vereinigten Staaten.»

US-Militär: Haben Tanker unter iranischer Flagge angegriffen

19.46: Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen unter iranischer Flagge fahrenden, unbeladenen Öltanker angegriffen und ausser Gefecht gesetzt. Von einem US-Kampfflugzeug seien am Morgen (Ortszeit Washington) mehrere Schüsse auf das Schiff abgefeuert worden, nachdem es Warnungen der USA, dass es die US-Seeblockade verletze, ignoriert habe, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit.

Israel greift erstmals seit Waffenruhe in Beiruter Vorort an

19.35: Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor drei Wochen hat die israelische Luftwaffe wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel sei ein Kommandeur der Radwan-Einheit der libansischen Hisbollah-Miliz gewesen, hiess es in einer Mitteilung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz. Man habe ihn dabei «eliminieren» wollen.

«Die Radwan-Kämpfer unter seiner Führung waren verantwortlich für Beschuss israelischer Ortschaften und Angriffe auf israelische Soldaten», hiess es weiter in der Mitteilung. «Kein Terrorist geniesst Immunität – die lange Hand Israels wird jeden Feind und Mörder erreichen.» Ziel sei es, die Sicherheit der Einwohner Nordisraels zu gewährleisten.

Netanjahu: Ziel bleibt Entfernung von Irans Uranvorräten

19.28: Vor dem Hintergrund von Berichten über eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betont, oberstes Ziel bleibe die vollständige Entfernung des hoch angereicherten Urans aus dem Iran sowie der Abbau seiner Anreicherungskapazitäten. Dabei handele es sich um ein gemeinsames Ziel Israels und der USA, sagte Netanjahu zum Auftakt einer Sitzung des sogenannten Sicherheitskabinetts.

Iran prüft US-Verhandlungsvorschlag

17.24: Aussenamtssprecher Ismail Baghai sagte der iranischen Nachrichtenagentur Isna, nach Prüfung des Vorschlages werde der Iran seine Position dazu an den Vermittlerstaat Pakistan übermitteln. Über Inhalte des Vorschlages machte Baghai demnach keine Angaben.

Indes wies Baghai einen US-Medienbericht der Nachrichtenwebseite «Axios» über einen möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als überzogen zurück.

«Axios» hatte unter Berufung auf US-Quellen berichtet, ein einseitiges Dokument zur kurzfristigen Beilegung des Krieges sei kurz vor dem gemeinsamen Abschluss.

Trump lockt mit Kriegsende – droht dem Iran aber auch scharf

15.20: US-Präsident Donald Trump hat ein mögliches Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt, Teheran aber auch mit heftigen Angriffen gedroht.

«Angenommen, der Iran erklärt sich bereit, das Vereinbarte zu erfüllen – was vielleicht eine gewagte Annahme ist –, dann wird die bereits legendäre «Epic Fury» ein Ende finden, und die äusserst wirksame Blockade wird es ermöglichen, dass die Strasse von Hormus FÜR ALLE OFFEN ist, einschliesslich des Irans«, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Falls Teheran sich nicht auf eine Vereinbarung einlasse, «beginnen die Bombardements, und diese werden leider ein weitaus grösseres Ausmass und eine weitaus grössere Intensität haben als zuvor», drohte Trump.

USA und Iran vor Einigung für Kriegsende

12.00: Laut der US-Nachrichtenseite «Axios» stehen die USA und der Iran vor einer Absichtserklärung. Diese sei nur eine Seite lang, enthalte aber zentrale Punkte für ein Ende des Kriegs, heisst es unter Berufung auf US-Offizielle.

Donald Trump
Die USA und der Iran sollen kurz vor einem Abkommen stehen. - keystone

Der Iran soll sich etwa zu einem Moratorium für die Urananreicherung verpflichten. Die Amerikaner hingegen würden ihre Sanktionen aufheben und eingefrorene iranische Gelder freigeben.

Und: Die Strasse von Hormus soll weder vom Iran noch den USA blockiert werden. Dem Bericht zufolge erwarten die USA innerhalb von 48 Stunden ein Antwort des Irans. Das Stoppen von «Project Freedom» soll auf das Abkommen zurückzuführen sein.

Schiff französischer Reederei in Hormus-Meerenge angegriffen

11.23: Ein Schiff der französischen Reederei CMA CGM ist in der Strasse von Hormus angegriffen worden. Mitglieder der Crew seien verletzt und evakuiert worden, teilte das Unternehmen mit Sitz in Marseille mit. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter «San Antonio» wurde bei dem Angriff am Dienstag demnach beschädigt.

Nähere Details zu dem Angriff während der Durchfahrt der Meeresenge nannte die Reederei nicht – auch nicht zur Frage, wer dafür verantwortlich war. Auch zum Zustand der Verletzten gab das Unternehmen keine Auskunft.

Weitere Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

11.10: Trotz einer geltenden Waffenruhe setzen Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon ihre gegenseitigen Angriffe fort.

Israel griff mit Kampfflugzeugen und Drohnen im südlichen Libanon an, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete. Der Ort Maifadun sei dabei auch mit Artillerie beschossen worden. Dabei habe es zwei Tote gegeben. Auch in der Bekaa-Ebene im Osten meldete die NNA zwei Tote nach einem israelischen Luftangriff.

Israel Libanon
Israelische Truppen im Libanon, am Montag, 4. Mai 2026. - keystone

Israel müsse wegen Verstössen der Hisbollah gegen die Waffenruhe «energisch» gegen die Miliz vorgehen, erklärte ein israelischer Armeesprecher am Morgen. Er forderte Bewohner weiterer Orte im Südlibanon dazu auf, ihre Häuser umgehend zu verlassen. Auf diese Aufrufe folgen meist neue Luftangriffe Israels.

Die israelische Armee teilte am Morgen mit, sie habe in den vergangenen 24 Stunden rund 25 Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah ins Visier genommen, darunter Waffenlager. Weiterhin hiess es, die Miliz habe unter anderem mit Sprengstoff beladene Drohnen und Raketen in Richtung israelischer Soldaten gefeuert.

Irans Aussenminister trifft Amtskollegen in China

Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hat inmitten der Spannungen mit den USA seinen chinesischen Amtskollegen Wang Yi getroffen. Wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, tauschten sie sich in der Hauptstadt Peking aus. Staatliche iranische Medien bestätigten die Zusammenkunft.

Iran Aussenminister Abbas Araghtschi
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi. - keystone

Worüber die Minister sprachen, wurde zunächst nicht bekannt. Der von den USA und Israel Ende Februar begonnene Iran-Krieg, in dem aktuell eine Waffenruhe gilt, dürfte jedoch ein zentrales Thema gewesen sein. China und der Iran sind wirtschaftlich enge Partner, das Land gilt unter anderem als der grösste Abnehmer iranischen Öls. Peking hat das Vorgehen der USA gegen den Iran bereits mehrfach kritisiert.

Wang und Araghtschi trafen sich gut eine Woche vor einer geplanten China-Reise von US-Präsident Donald Trump. Washington hat den Besuch angekündigt, Peking bestätigte die Visite bislang nicht.

Iran kündigt Mechanismus für Transit durch Strasse von Hormus an

02.10: Der Iran will sich mit Hilfe eines neuen Genehmigungsverfahrens die Kontrolle über die von ihm blockierte Strasse von Hormus sichern. Laut iranischen Staatsmedien sollen Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren sollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigten die Schiffe dann die Erlaubnis einer iranischen Behörde und müssten den Vorgaben folgen.

Unklar blieb zunächst, wie die Regeln aussehen und wie der Iran auf Verstösse reagieren könnte. Laut Press TV ist der Mechanismus in der Strasse von Hormus bereits in Betrieb.

Trump setzt Einsatz für sichere Hormus-Durchfahrt aus

01.55: Donald Trump will den US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus «für kurze Zeit» aussetzen. Während des Stopps von «Projekt Freiheit» solle geprüft werden, ob ein Abkommen zwischen Washington und Teheran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Es habe dafür «grosse Fortschritte» gegeben, schrieb er.

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Donald Trump pausiert «Projekt Freiheit». - keystone

Die US-Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, bleibe in vollem Umfang in Kraft, schrieb Trump. Die Aussetzung von «Projekt Freiheit» erfolge auf Bitten Pakistans und anderer Länder sowie den «enormen militärischen Erfolgen» der USA. Pakistan vermittelt zwischen Washington und Teheran.

USA legen UN-Resolution vor: Iran soll Angriffe stoppen

00.15: Zur Sicherung der Schifffahrt in der Strasse von Hormus haben die USA gemeinsam mit verbündeten Golfstaaten eine UN-Resolution entworfen. Darin fordern die Parteien den Iran dazu auf, von weiteren gewaltsamen Eskalationen in der Meerenge abzusehen, wie US-Aussenminister Marco Rubio mitteilte. Teheran solle aufhören, Schiffe anzugreifen, die Meerenge zu verminen und Mautgebühren für eine Durchfahrt zu erheben, heisst es demnach.

An dem Entwurf seien Bahrain, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar beteiligt gewesen.

Kommentare

User #1446 (nicht angemeldet)

😊😂😂 Er hofft mit dem Märchen die Midterms zu gewinnen. Nur so lieben Ihn die MEGA GAGA MAGA wieder danach geht es wieder weiter mit seinem Chaos Desaster, aber das währe gar nicht nötig einfach auf der Bühne Tanzen und Ameruka First sagen reicht schon.

User #5030 (nicht angemeldet)

Wers glaubt , aber Mullahs und Trump sind etwa beides die gleichen Weltfriedengefährder !

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