Trump beschimpft Norwegen nach erneuter Nobelpreis-Absage
US-Präsident Donald Trump beleidigt Norwegen nach der erneuten Nobelpreis-Absage. Er erklärt Einwanderer aus dem Land für unerwünscht.

US-Präsident Donald Trump hat Norwegen wegen des erneut ausgebliebenen Friedensnobelpreises scharf angegriffen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Michigan erklärte er, keine Einwanderer aus dem skandinavischen Land aufnehmen zu wollen.
Wie der «Focus online» berichtet, begründete Trump seine Haltung ausdrücklich mit der verweigerten Auszeichnung. Er bezeichnete Norwegen als «shit house country», eine vulgäre Bezeichnung, die sinngemäss mit Drecksloch übersetzt werden kann.
Der Auftritt fand am Sonntag in Port Huron statt. Laut dem «N-TV» brachte Trump die Unruhen in Frankreich mit Einwanderung in Verbindung.
Trump verknüpft Nobelpreis-Frust mit Einwanderungsstopp
Anschliessend erklärte der US-Präsident, er wolle keine Menschen aus Norwegen, weil er den Nobelpreis nicht erhalten habe. Damit verknüpfte er die Preisentscheidung unmittelbar mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber norwegischen Einwanderern.
Die Wortwahl erinnert an frühere Äusserungen des Präsidenten über andere Staaten. Wie der «Standard» schreibt, hatte Trump vergleichbare abwertende Bezeichnungen bereits für Haiti, Libyen, Somalia und den Jemen verwendet.
Trump hatte die ausbleibende Ehrung bereits Anfang Oktober öffentlich kritisiert. Laut dem «Focus online» bezeichnete er die Entscheidung damals als einen «unauslöschlichen Schandfleck» für Norwegen.
Nobelpreis 2026: Warum der US-Präsident erneut leer ausgeht
Über die Vergabe des Friedensnobelpreises entscheidet das unabhängige norwegische Nobelkomitee. Dessen Mitglieder werden vom norwegischen Parlament bestimmt, entscheiden über die Preisträger jedoch unabhängig von der Regierung.
Den Friedensnobelpreis 2026 erhielt die südafrikanische Juristin und Menschenrechtlerin Navanethem «Navi» Pillay. Wie das «N-TV» berichtet, wurde sie für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht ausgezeichnet.
Trump hatte seinerseits wiederholt erklärt, zur Verhinderung mehrerer internationaler Konflikte beigetragen zu haben. Belege für seine Behauptungen zu den genannten Konflikten führte er nicht an.
Keine Änderung der Einreisebestimmungen bekannt
Ob Trumps Ankündigung konkrete Folgen für norwegische Staatsangehörige haben wird, ist bislang offen. Es gibt keine Hinweise auf eine entsprechende Änderung der offiziellen US-Einreisebestimmungen.
Auch das norwegische Aussenministerium und das Nobelkomitee hatten sich zunächst nicht zu den jüngsten Äusserungen geäussert. Dies berichtete das «N-TV» am Montag.

Die Auseinandersetzung beschränkt sich unterdessen nicht auf Norwegen. Das libysche Aussenministerium bestellte wegen weiterer abwertender Äusserungen Trumps einen Vertreter der US-Vertretung ein.
















