Verein will St. Galler Stadtbach aus dem Untergrund holen
Der Verein Grünes Gallustal will die Steinach im St. Galler Stadtbild wieder sichtbar machen. Das Anliegen wurde in den letzten Jahrzehnten in unterschiedlicher Form immer wieder lanciert – aber nie realisiert. Nun liegt eine Machbarkeitsstudie vor.

Die Steinach, der historische St. Galler Stadtbach, fliesst heute unterirdisch an der Altstadt vorbei. Nach der Mülenenschlucht verschwindet das Gewässer unter dem Boden. Sichtbar ist das Gewässer danach nur noch im Wirbelschacht des Künstlers Roman Signer, direkt bei der Talstation der Mühleggbahn.
Der Lauf des Bachs führt in einem Stollen unter der Moosbruggstrasse und der Lämmlisbrunnstrasse und anschliessend längs durch das Stadtgebiet. Erst in der Nähe des Fussballstadions Espenmoos tritt die Steinach wieder an die Oberfläche.
Der Verein Grünes Gallustal, der sich nach eigenen Angaben für eine «biodiverse und lebenswerte Stadt» einsetzt, stellte am Montag eine Machbarkeitsstudie für eine Offenlegung des Bachs auf der Höhe des Stiftsbezirks vor. Anlass dazu sind anstehende Arbeiten für Fernwärmeleitungen unter der Moosbrugg- und Lämmlisbrunnstrasse.
Bäume am Bachlauf
Die Idee: Künftig solle ein Teil des Wassers beim Müllertor abgeleitet, durch einen naturnah gestalteten oberirdischen Bachlauf geführt und dann wieder zurück in die Steinach geführt werden, heisst es in der Mitteilung des Vereins vom Montag.
Das Projekt verbinde Wasserbau, Stadtklima, Biodiversität und Stadtraumgestaltung. Der neue Bach werde mit naturnahen Ufern und Bepflanzungen sowie schattenspendenden Bäumen gestaltet. Mit dem Vorhaben könne die Gefahr von Gebäudeschäden durch Hochwasser reduziert werden, heisst es in der Mitteilung.
Zur Machbarkeitsstudie gehört eine provisorische Kostenschätzung. Gerechnet wird mit 7,4 Millionen Franken für die wasserbaulichen Massnahmen samt der Gestaltung und Bepflanzung des neuen Bachlaufs. Die Studie wird nun dem Stadtrat übergeben, der darüber entscheidet, ob das Vorhaben weiterverfolgt werden kann.






