Trudeau bekundet «Fassungslosigkeit» über Geschehnisse in den USA

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    Kanada,

    20 Sekunden Schweigen: So hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau auf die Frage eines Journalisten nach einer Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump reagiert, wegen der Unruhen in den USA notfalls die Armee zu mobilisieren.

    Kanadas Premierminister Justin Trudeau
    Kanadas Premierminister Justin Trudeau - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kanadas Premier schweigt nach Frage zu Trump bei Pressekonferenz sekundenlang.

    Trudeau hielt während einer Pressekonferenz am Dienstag lange inne, bevor er sagte: «Wir beobachten alle mit Entsetzen und Fassungslosigkeit, was in den USA geschieht.»

    Es sei nun «an der Zeit zuzuhören, an der Zeit, die Menschen zusammenzubringen, und an der Zeit zu lernen, welche Ungerechtigkeiten trotz Fortschritten über die Jahre und Jahrzehnte fortbestehen», sagte Trudeau mit Blick auf die Anti-Rassismus-Proteste in den Vereinigten Staaten.

    Ein Journalist des Senders CBC hatte Trudeau während dessen täglichen Corona-Briefings gefragt, wie er zu Trumps Drohung mit einem Armee-Einsatz stehe. Auch fragte der Journalist dazu, dass die Polizei in Washington Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt hatte, um Trump einen ungestörten Fototermin vor einer Kirche zu ermöglichen. Trudeau gilt als äusserst schlagfertig - sein demonstratives Schweigen während der landesweit im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz war daher umso wirkungsvoller.

    Der Premier mahnte zu Vorsicht bei Vergleichen zwischen den USA und Kanada - und vor der Schlussfolgerung, dass «wir hier viel besser seien». Die Kanadier müssten einsehen, dass «wir unsere eigenen Probleme haben», betonte der Regierungschef mit Blick auf Rassismuserfahrungen nicht-weisser Kanadier. Für viele Menschen in Kanada sei Diskriminierung Alltag. Die Regierung und die Gesellschaft müssten «Verbündete im Kampf gegen Diskriminierung» sein, forderte Trudeau.

    In den USA gibt es seit rund einer Woche Proteste gegen Rassismus und exzessive Polizeigewalt, die immer wieder von schweren Ausschreitungen mit Plünderungen und Brandstiftungen überschattet wurden.

    Auslöser war der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch das brutale Vorgehen eines weissen Polizisten in der Grossstadt Minneapolis. Der Beamte hatte dem 46-Jährigen bei seiner Festnahme fast neun Minuten lang ein Knie auf den Nacken gedrückt, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

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