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    Tausende protestieren in Bolivien gegen Regierung

    AFP
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    Bolivien,

    Rund 4000 Menschen demonstrieren in La Paz gegen die vielen Entlassungen in der Corona-Krise und gegen im Mängel im Gesundheits- und Bildungswesen.

    Demo
    Demonstrant mit Muschelinstrument in La Paz - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • In La Paz protestieren Tausende ohne Einhaltung der Corona-Regeln gegen die Regierung.
    • Sie demonstrieren unter anderem wegen den zahlreichen Entlassungen in der Corona-Krise.
    • Es war die grösste Demonstration in Bolivien, seit sich das Virus dort ausbreitete.

    In Bolivien haben sich tausende regierungskritische Demonstranten über die Corona-Restriktionen hinweggesetzt.

    Die Demonstranten versammelten sich am Dienstag in La Paz. Sie protestieren gegen die zahlreichen Entlassungen von Beschäftigten in der Corona-Krise und gegen Mängel im Gesundheits- und Bildungswesen. Es war die grösste Demonstration in dem südamerikanischen Land, seit sich das neuartige Virus dort ausgebreitet hat.

    Coronavirus
    Eine Frau schwenkt eine Fahne und protestiert gegen die durch die Regierung beschlossenen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. - dpa

    Rund 4000 Menschen marschierten für die Demonstration von der Nachbarstadt El Alto nach La Paz. Für beide Städte gelten Ausgangsbeschränkungen. Fast alle Demonstranten trugen jedoch Atemschutzmasken.

    In Bolivien gibt es fast 50'000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus, etwa 2000 Todesfälle durch die Pandemie wurden verzeichnet. Auch Übergangspräsidentin Jeanine Áñez und fünf Minister haben sich mit dem Coronavirus angesteckt.

    Präsidentschafts- und Parlamentswahlen

    In Bolivien sollen am 6. September Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden. Die Wahlen waren ursprünglich für Anfang Mai angesetzt gewesen, aber wegen der Pandemie verschoben worden.

    Áñez, die für das höchste Staatsamt kandidiert, und auch andere Präsidentschaftsbewerber plädieren jedoch für eine mögliche weitere Verschiebung der Wahl. Den Urnengang wollen sie möglichst erst stattfinden lassen, wenn die Ausbreitung des Virus nachlässt. Die Demonstranten in La Paz riefen jedoch: «Was wollen wir? Wahlen jetzt!»

    Protest
    Demonstrators protest against the government's response to the COVID-19 pandemic in La Paz, Bolivia. - keystone

    Die konservative Politikerin Áñez war ins Amt gekommen, nachdem der langjährige linksgerichtete Staatschef Evo Morales im November zurückgetreten war. Vorausgegangen waren von Manipulationsvorwürfen überschattete Präsidentschaftswahlen und wochenlange Proteste gegen den Präsidenten. Morales flüchtete ins Ausland und lebt inzwischen in Argentinien. In Bolivien wird gegen ihn unter anderem wegen des Vorwurfs des «Terrorismus» strafrechtlich ermittelt.

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