Weiterer Haftbefehl gegen Boliviens Ex-Präsidenten Evo Morales
Gegen den ehemaligen bolivianischen Staatspräsidenten Evo Morales ist wegen Strassenblockaden Haftbefehl erlassen worden. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Santa Cruz ermittelt gegen ihn unter anderem wegen «bewaffneter Aufstände gegen die Sicherheit und Souveränität des Staates, Terrorismus und Angriffe auf die Sicherheit von Verkehrsmitteln». Dies geht aus einem Dokument der Ermittlungsbehörde des südamerikanischen Landes hervor, welches lokale Medien veröffentlichten.

In der Anordnung wird die Polizei angewiesen, Morales «festzunehmen und zur Spezialeinheit zur Korruptionsbekämpfung zu bringen». Auslöser der Ermittlungen war eine Strafanzeige des Bürgervereins «Comité pro Santa Cruz». Später kam auch eine Anzeige des Innenministeriums hinzu.
Gewerkschaften, Bauern, Bergarbeiter und Anhänger des linksgerichteten Ex-Präsidenten hatten 53 Tage lang wichtige Verkehrswege des Andenlandes blockiert. Dadurch kam es in mehreren Landesteilen zu Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten. Die Blockaden konnten erst im Juni beendet werden, nachdem Präsident Rodrigo Paz den landesweiten Ausnahmezustand verhängt hatte.
Die Proteste richteten sich gegen die schwierige Wirtschaftslage, steigende Lebenshaltungskosten und Reformvorhaben der konservativen Regierung von Präsident Paz.
Gegen Morales verfügte die Justiz bereits 2025 einen Haftbefehl wegen Menschenhandels. Er soll den Vorwürfen zufolge eine sexuelle Beziehung zu einer 15-Jährigen unterhalten und mit ihr ein Kind gezeugt haben. Der indigene Politiker, der Bolivien von 2006 bis 2019 regierte, verschanzte sich daraufhin in der abgelegenen Region Chapare, einer politischen Hochburg seiner Anhänger.














