Guy Parmelin

    Guy Parmelin verkündet seinen Rücktritt aus dem Bundesrat

    Bundespräsident Guy Parmelin tritt auf Ende Jahr zurück. Nach elf Jahren im Amt. Gerüchte um einen möglichen Rücktritt gab es schon länger.

    Bundespräsident Guy Parmelin verkündet seinen Rücktritt. Die Medienkonferenz im Livestream.

    Bundespräsident Guy Parmelin hatte kurzfristig zu einer Medienkonferenz um 11 Uhr eingeladen. Dann bestätigte er: Per Ende Jahr tritt Parmelin zurück.

    Bei der Medienkonferenz bewies er Humor. «Ich hoffe nicht, dass ich in eine Depression falle», scherzte er. Parmelin freue sich auf ein ruhiges Zmorge mit Kaffee und Gipfeli.

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    Hier kommt Guy Parmelin zu seiner Rücktritts-Medienkonferenz an. - Nau.ch

    Er werde aber wohl die öffentlichen Auftritte vermissen und dass ihm jemand die Autotüren öffne. «Vielleicht wird es mir aber auch nicht fehlen. Wir werden sehen.»

    Auch wenn Parmelin mit Rückenproblemen zu kämpfen hat, stellte er heute klar: «Mein Rücktritt hat nichts mit meiner Gesundheit zu tun.»

    War Guy Parmelin ein guter Bundesrat?

    Zu seiner Nachfolge will sich der SVP-Politiker nicht äussern. Der Entscheid liege letztlich beim Parlament.

    Das Protokoll der Medienkonferenz zum Nachlesen:

    «Beerdigung»: Journalist fragt, wieso er schwarz trägt

    Ein Journalist will wissen, warum Parmelin bei seiner wichtigsten Pressekonferenz schwarz trage. Das erinnere an eine «Beerdigung», meint der Journalist.

    Parmelins souveräne Antwort: «Meine Krawatte ist immer blau. Das beruhigt die Journalisten.» Ein Lachen geht durch die Runde. Damit ist die Konferenz zu Ende.

    Guy Parmelin
    Guy Parmelin trägt an der Medienkonferenz schwarz. - keystone

    «Jedes Treffen ist eine Bereicherung»

    Trump, Xi oder Sheinbaum aus Mexiko: Es sei als Bundespräsident sehr interessant, verschiedene Staatsoberhäupter zu treffen und zu sehen, wie unterschiedlich die Prioritäten gesetzt werden.

    «Es gibt ständig Krisen»

    Kann er den Job als Bundesrat weiterempfehlen? Ja, sagt Parmelin. Aber: Man müsse sich bewusst sein, dass es ständig Krisen gebe. «Das ist nicht immer einfach», sagt er.

    Treffen mit Päpsten haben Parmelin am meisten beeindruckt

    Parmelin hatte viele Hände geschüttelt. Wer hat ihn am meisten beeindruckt? Papst Franziskus (†) und Papst Leo, sagt er. Und das, obwohl Parmelin reformiert und nicht katholisch ist.

    Guy Parmelin informierte Frau über Rücktritt erst am Abend

    Den Entscheid gab er gestern Abend «Madame Parmelin» bekannt. Details dazu will er keine nennen. Das sei privat.

    SC Bern
    Bundesrat Guy Parmelin und Ehefrau Caroline verfolgen ein Spiel zwischen Lausanne und dem SC Bern im Stadion. - keystone

    Guy Parmelin antwortet nur auf Französisch

    Der Bundespräsident fühlt sich in seiner Muttersprache am wohlsten. Auch auf Fragen von Deutschschweizer Journalisten antwortet er auf Französisch. Bundesratssprecherin Nicole Lamon muss ihm das Wort «Wohnpolitik» übersetzen.

    Dann antwortet er inhaltlich: «Der Bundesrat macht eine Wohnpolitik im Sinne der Vermieter und der Mieter, nicht der Organisationen.» Damit sei «alles gesagt».

    SVP liebäugelt jetzt mit Asyldepartement

    Die SVP bedauert den Rücktritt in einer Mitteilung. Gleichzeitig dankt sie Guy Parmelin «für sein langjähriges und grosses Engagement zu Gunsten unseres Landes und unserer Bevölkerung». Die SVP verweist auf ihren Anspruch von zwei Sitzen in der Landesregierung.

    Bei der Nachfolge will die SVP «ein besonderes Augenmerk auf die Fähigkeit zur Übernahme der Führungsverantwortung für das EJPD und das VBS legen».

    Beat Jans
    Beat Jans könnte ins Wirtschaftsdepartement wechseln wollen. - keystone

    Heisst: Die SVP könnte das Asyldepartement von Beat Jans (SP) übernehmen. Jans wird nachgesagt, in Parmelins Wirtschaftsdepartement wechseln zu wollen.

    Was macht Parmelin im Januar?

    Zuerst müsse er das Büro räumen. Dann sagt der SVP-Politiker, dass seine Frau in den letzten Jahren zu kurz gekommen sei. Er wolle mit ihr innerhalb der Schweiz auf Reisen gehen. Einen Auslandsaufenthalt hat er bislang nicht geplant.

    Trump-Zölle waren grösste Niederlage

    Was war Parmelin grösste Niederlage? Der Bundespräsident weicht zunächst aus. Es sei nicht an ihm eine Bilanz zu ziehen. Dann gibt er aber doch eine Antwort: Die US-Zölle mit 39 Prozent von Donald Trump im vergangenen Sommer. Diese waren «sehr schwierig».

    donald Trump
    Donald Trump erhob im Sommer 2025 39 Prozent Steuern auf Importe aus der Schweiz. - keystone

    Aber die US-Zölle waren nicht nur eine Niederlage Parmelins. Der Bundesrat gewinne, aber verliere auch zusammen. In der Landesregierung gilt das sogenannte Kollegialitätsprinzip.

    Guy Parmelin weiss nicht, ob er Budliger-Nachfolge noch bestimmt

    Guy Parmelins wichtigste Beamtin Helene Budliger (Staatssekretärin im Seco) bleibt länger als er, bis März. Ob er die Nachfolge noch bestimmen kann, weiss Parmelin nicht. Zuerst sei die Findungskommission am Zug.

    Helene Budliger Artieda
    Helene Budliger Artieda tritt als Seco-Chefin ab. - keystone

    Covid war schwierigste Zeit

    Die Corona-Zeit war der schwierigste Zeitpunkt im Amt, sagt der Wirtschaftsminister. Läden mussten schlissen, der Bund musste Geld sprechen, um die Wirtschaft zu stärken. «Es war wirklich schwierig», erinnert sich Parmelin.

    Dennoch sei die Covid-Politik in der Schweiz besser gewesen als jene im Ausland.

    Guy Parmelin
    Guy Parmelin war 2021 – während der Covid-Zeit – Bundespräsident. - keystone

    Soll Nachfolger auch als Romandie kommen?

    Ein Journalist fragt, ob Parmelins Nachfolger oder Nachfolgerin auch aus der Westschweiz kommen soll. Der Bundespräsident erklärt, das müsse das Parlament entscheiden.

    «Es gibt nie einen perfekten Zeitpunkt»

    Wichtige Geschäfte wie das Mercosur-Abkommen oder das EU-Abkommen kommen erst noch vors Volk. Kommt der Rücktritt nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt? Parmelin sagt, es gebe für einen Rücktritt nie den perfekten Zeitpunkt.

    Rücktritt nicht gesundheitlich bedingt

    Guy Parmelin hat seit Längerem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Das sei aber nicht der Grund für seinen Rücktritt gewesen.

    Parmelin dankt Bevölkerung und seiner Familie

    Parmelin spürt eine «grosse Dankbarkeit». Er bedankt sich bei der Bevölkerung, seiner Familie und seiner Frau.

    Parmelin will Platz für Jüngere machen

    Jüngere Kräfte sollen jetzt übernehmen, sagt der 66-Jährige. Er habe überlegt, was das beste für das Land sei.

    Guy Parmelin bestätigt Rücktritt

    Jetzt ist sein Rücktritt offiziell: Guy Parmelin bestätigt, dass er seine Kollegen heute morgen über den Rücktritt informiert hat. Er spüre eine «grosse Dankbarkeit» nach 11 Jahren im Amt.

    Schon länger Gerüchte um Rücktritt

    Bundespräsident Guy Parmelin wird an der Medienkonferenz um 11 Uhr wohl seinen Rücktritt verkünden. Gerüchte um einen Abgang aus der Landesregierung haben sich in den letzten Tagen und Wochen gehäuft.

    Guy Parmelin
    Guy Parmelin ist seit 2016 im Amt. - keystone

    Der Vorsteher des Eidgenössisches Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) ist der aktuell dienstälteste Bundesrat. Nach seiner Wahl am 9. Dezember 2015 ist er seit dem 1. Januar 2016 im Amt.

    Dieses Jahr ist der SVP-Magistrat das zweite Mal (nach 2021) Bundespräsident.

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    Kommentare

    User #1521 (nicht angemeldet)

    Guten Morgen, bürgerliche Schar im Schweizer Land, wir grüssen treu den eidgenössischen Stand und fordern im Ringen um die Nachfolge im Bundesrat eine konsequente Rückkehr zu echter Qualifikation statt starrer Ideologie. Wenn das progressive Establishment von Operation Libero im digitalen Raum unentwegt versucht, die Besetzung der Schlüsseldepartemente EJPD und VBS über rein quotenbasierte Scheindebatten zu steuern, verkennt dies die realen Alltagsbelastungen der Schweizer Bevölkerung. Die ungenügende Bilanz in der Migrationspolitik und die massiven Baustellen in unserer Landesverteidigung zeigen unmissverständlich auf, dass unser Land in der Landesregierung fähige Persönlichkeiten mit ausgewiesener Führungskompetenz und klarem Verstand benötigt. Wer das Leistungsprinzip durch das krampfhafte Konstruieren arroganter Forderungen herabwürdigt, betreibt ein planloses Ablenkungsmanöver von der eigenen Konzeptlosigkeit – Audentes fortuna iuvat, Operation Libero!

    User #5813 (nicht angemeldet)

    Alle sind scharf auf das Bundesratsamt. Nicht weil sie etwas bewirken wollen, sondern wegen des Geldes, das sie dadurch verdienen werden.

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