Schaffens Autos nicht mehr vom Zürisee-Schiff? Fähre reagiert
Der Pegel des Zürichsees ist weiter dramatisch gesunken. Autofahrende befürchten Probleme beim Entladen auf der Fähre. Diese ergreift nun Massnahmen.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Übergang zwischen Fähre und Steg wird auf dem Zürichsee immer steiler.
- «Ich traue mich mit meinem Golf nicht mehr, die Fähre zu nehmen», sagt eine Autofahrerin.
- Die Zürichsee-Fähre montiert aktuell zusätzliche Rampen.
Die Zürichsee-Fähre kämpft seit Wochen mit dem tiefen Pegel. Inzwischen ist dieser weiter dramatisch gesunken. Aktuell liegt das Niveau fast 80 Zentimeter unter dem saisonalen Durchschnitt. Der Übergang zwischen Landungsanlage an Land und Schiff wird deshalb steiler.
Schwere Fahrzeuge lassen sich auf der Rampe nicht mehr sicher verladen. Tief gebaute Fahrzeuge drohen aufzusetzen.
Bereits seit August können schwere Lastwagen und tief gebaute Fahrzeuge die Verbindung zwischen Horgen und Meilen nicht mehr nutzen. Ende September verschärfte sich die Situation. Die Fähre musste auch einen Verladstopp für Lastwagen ab 18 Tonnen und Reisecars verhängen.
Kürzlich schloss der Betrieb zudem einen Steg. In Meilen ZH kann nur noch Steg 1 angefahren werden.
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«Fühle mich etwas unwohl dabei»
Der immer steilere Übergang zwischen Fähre und Steg verunsichert Autofahrende. «Ich traue mich mit meinem Golf nicht mehr, die Fähre zu nehmen», sagt eine Seniorin aus Horgen kürzlich. «Es könnte ja sein, dass er es auch nicht mehr über die Rampe schafft.»
Für ihren wöchentlichen Termin auf der anderen Seeseite fährt sie deshalb lieber über Zürich – also um den See herum.
Eine Fahrerin eines Toyotas äussert am Dienstag Bedenken. «Ich fahre noch mit der Fähre, aber ich fühle mich etwas unwohl dabei», sagt die Frau aus Herrliberg ZH. Sinke der Pegel weiter, setze ihr Auto beim Entladen vielleicht plötzlich auf, befürchtet sie.
Neu können die Autofahrenden die Fähre aber wieder bedenkenlos nutzen.
«Aktuell werden zusätzliche Rampen auf den Fähren montiert», bestätigt Martin Zemp am Donnerstag auf Anfrage. Er ist Geschäftsführer der Zürichsee-Fähre. Die zusätzlichen Rampen verlängern die Rampe insgesamt und sorgen für eine weniger steile Auffahrt. «Dies entschärft die aktuelle Situation und ermöglicht, auch bei sinkendem Pegel weiterhin in Betrieb zu bleiben.»
Kaum Chancen für LKWs
Autos musste das Fährenpersonal bis anhin noch keine abweisen. «Bei Lastwagen war dies vereinzelt notwendig», sagt Zemp. In diesen Fällen habe der Lastwagenfahrer von den Einschränkungen nichts gewusst beziehungsweise sich im Vorfeld nicht informiert.
Die Einschränkungen für Lastwagen und Reisecars gelten hingegen weiterhin. «Wieweit Einschränkungen aufgehoben werden können, hängt davon ab, wie sich der Seespiegel verändert», sagt der Geschäftsführer.
Pro Woche nutzen laut Zemp normalerweise rund 200 bis 250 Lastwagen den Transport über den See. Für einen Teil davon sei dies weiterhin möglich. «Spezifische Massnahmen, dass auch schwere Lastwagen mit dem aktuellen Wasserstand wieder mitgenommen werden, sind technisch fast nicht umsetzbar.»













