Die Taliban haben ihrem bekannten Gegner Ahmed Massud - Sohn des «Löwen von Pandschir» - eigenen Angaben zufolge ein Leben in Sicherheit in Afghanistan versprochen.
Ahmad Massud 2020 in Kabul
Ahmad Massud 2020 in Kabul - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Aussenminister trifft laut eigenen Angaben Sohn des «Löwen von Pandschir».

Wie Aussenminister Amir Chan Muttaki in einem am Montag von staatlichen Medien veröffentlichten Video sagte, drohe auch weiteren afghanischen Widerstandskämpfern im Exil bei einer Rückkehr in ihre Heimat keine Gefahr. Der Minister erklärte, er habe Massud sowie den afghanischen Kriegsherrn Ismail Khan im Iran getroffen.

Das Treffen liess sich von unabhängiger Seite zunächst nicht bestätigen. Die Taliban hatten Muttakis Reise nach Teheran zu Gesprächen mit iranischen Vertretern angekündigt, aber keine Pläne für Treffen mit Regierungsgegnern erwähnt. Die Nachrichtenagentur AFP konnte Massud für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichen.

«Wir haben Kommandant Ismail Khan, Ahmed Massud und andere Afghanen im Iran getroffen und ihnen versichert, dass sie nach Afghanistan zurückkehren und hier in Freiheit leben können», sagte der Taliban-Aussenminister in dem Video, das bei Twitter veröffentlicht wurde. Jeder, der zurückkehre, sei sicher.

Ahmed Massud ist der Sohn des 2001 getöteten afghanischen Kriegsherrn und Taliban-Gegners Ahmed Schah Massud. Dieser war auch als «Löwe von Pandschir» bekannt, weil er in den 90er Jahren den Widerstand gegen die damalige Taliban-Führung im Pandschir-Tal anführte. Er war von Kämpfern des Extremistennetzwerks Al-Kaida getötet worden. Sein Sohn führte die Nationale Widerstandsfront (NRF), die ebenfalls im Pandschir-Tal gegen die Taliban kämpfte.

Nach der Machtübernahme in Kabul im August 2021 hatten die Taliban eine Amnestie für Oppositionelle und Taliban-Gegner verkündet. Doch Menschenrechtsorganisationen zufolge sind seitdem mindestens hundert Menschen, die mit der ehemaligen Regierung in Verbindung standen, getötet worden.

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