Taiwan hat insgesamt 21 Bürgermeister und rund 11'000 Gemeinderäte gewählt. Die Präsidentin des Landes muss eine Niederlage hinnehmen.
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Tsai Ing-wen, Präsidentin von Taiwan. (Archivbild) - Chiangying-Ying/AP/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen hat ihren Parteivorsitz niedergelegt.
  • Bei den Kommunalwahlen erlitt ihre Partei DDP eine Niederlage.
  • Die oppositionelle Kuomintang-Partei konnte ihre Wählerschaft währenddessen halten.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen hat nach einer Niederlage bei den Kommunalwahlen ihren Parteivorsitz niedergelegt. In einer Fernsehansprache sagte Tsai, dass sie die Verantwortung für das schwache Abschneiden der Demokratischen Fortschrittspartei (DDP) übernehmen würde.

Die Inselbewohner haben insgesamt 21 Bürgermeister und rund 11'000 Gemeinderäte gewählt. Dabei hat die oppositionelle Kuomintang-Partei (KMT) im Vergleich zu den vergangenen Wahlen vor vier Jahren ihre Wählerschaft weitgehend halten können. Die DDP musste währenddessen deutliche Verluste hinnehmen.

Ur-Enkel des ehemaligen Militärdiktators ebenfalls Kandidat

In der Hauptstadt Taipeh hat mit Chiang Wan-an ebenfalls ein Kandidat der KMT den Bürgermeisterposten gewonnen. Chiang ist der Ur-Enkel des ehemaligen Militärdiktators Chiang Kai-shek. Dieser floh 1949 nach dem verlorenen Bürgerkrieg der Kuomintang gegen die Kommunisten von China nach Taiwan. Die KMT gilt als rechtskonservativ und auf eine Annäherung gegenüber China bedacht.

Die kommunistische Führung in Peking betrachtet die demokratisch regierte Insel nach wie vor als Teil der Volksrepublik. Taiwan hingegen sieht sich längst als unabhängig. Die Spannungen zwischen den zwei Nachbarstaaten hatten sich zuletzt deutlich verschärft.