Syrien beginnt Prozess gegen weiteren Cousin Assads
In Syrien hat mit dem Prozess gegen Wassim al-Assad, einem Cousin des gestürzten Machthabers Baschar al-Assad, ein Gerichtsverfahren gegen einen weiteren wichtigen Vertreter des ehemaligen Machtapparats begonnen.

Nach Angaben des Gerichts werden ihm unter anderem die Bildung bewaffneter Gruppen, Drogenhandel, Entführungen und Erpressung vorgeworfen. Der Prozess wird in Syrien von Anwälten und Beobachtern als symbolträchtig eingestuft.
Wassim al-Assad galt über Jahre als wichtige Figur im kriminellen und paramilitärischen Netzwerk der syrischen Führung. Dabei war er auch an der gewaltsamen Unterdrückung der Opposition beteiligt und stieg laut internationalen Ermittlern zu einem der einflussreichsten Drahtzieher des milliardenschweren, globalen Captagon-Drogenschmuggels auf, weshalb er von den USA und der EU mit schweren Sanktionen belegt wurde. Er wurde vor rund einem Jahr von den aktuellen syrischen Behörden festgenommen.
Unter der Herrschaft von Baschar al-Assad hat sich Syrien zu einem zentralen Umschlagplatz für den illegalen Handel mit Captagon entwickelt. Der Handel mit den Amphetamin-Tabletten galt als eine der wichtigsten Einnahmequellen der damaligen syrischen Regierung.
In Syrien laufen bereits Gerichtsverfahren gegen Vertreter der ehemaligen Assad-Regierung. Darunter ist auch Atef Nadschib, ebenfalls ein Cousin des gestürzten Präsidenten. Nadschib ist der frühere Chef für Sicherheit der südlichen Stadt Daraa. Ihm werden Verbrechen gegen das syrische Volk vorgeworfen, darunter «systematischer Massenmord» und willkürliche Verhaftungen. Mit den Prozessen sind grosse Hoffnungen verbunden auf Aufarbeitung der Gräuel unter der brutalen Herrschaft Assads.














