Neue Swissness-Regel stösst auf breite Ablehnung

Keystone-SDA
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Bern,

Das Schweizerkreuz darf neu auch auf im Ausland gefertigten Waren erscheinen. Eine klare Mehrheit befürchtet dadurch Vertrauensverlust und Verwässerung.

On Schuh Schweizerkreuz
Dürfen auch in der Schweiz verkauft werden: On-Schuhe mit dem Schweizerkreuz und dem Zusatz «Swiss Engineering». - On

Das Wichtigste in Kürze

  • KMU und Stimmberechtigte lehnen die neue Schweizerkreuz-Regelung klar ab.
  • Sie fürchten eine Verwässerung der Marke Schweiz und Vertrauensverlust.
  • Fast 90 Prozent wollen das Kreuz inländischen Produzenten vorbehalten.

Sowohl Gewerbetreibende als auch Stimmberechtigte befürchten durch die Praxisänderung eine Verwässerung der Marke «Schweiz» sowie einen Vertrauensverlust bei den Konsumenten.

Wie der Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv), Ständerat Fabio Regazzi (Mitte/TI) am Dienstag vor den Medien in Bern sagte, wolle der Verband mit politischen Instrumenten wie zwei Motionen gegen die Praxisänderung des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum (IGE) vorgehen.

Der Verband fordert, die Exklusivität des Schweizerkreuzes für inländische Produzenten rasch wieder einzusetzen. Der Bundesrat stehe jetzt in der Pflicht. Er müsse anerkennen, dass der Entscheid des IGE ein Fehler gewesen sei.

Das Prozedere sei nicht akzeptabel – «eine Vernehmlassung wäre nötig gewesen.» Auch darum muss «die Praxisänderung des IGE rückgängig gemacht werden», so Regazzi weiter.

Nachteil für KMU

Der sgv liess zum Thema zwei Umfragen durchführen. Die nicht repräsentative Online-Umfrage richtete sich an die Kantonalverbände, bei der 289 Antworten eingingen. Parallel dazu führte das Institut Demoscope von Mitte Juli bis Anfang August eine repräsentative Befragung bei 1154 Stimmberechtigten durch.

So seien fast 90 Prozent der befragten Gewerbetreibenden und Stimmberechtigten der Auffassung, dass das Schweizerkreuz als Exklusivrecht den inländischen Produzenten vorbehalten bleiben müsse.

Toblerone
Mit Matterhorn, aber ohne Schweizerkreuz: Toblerone wird zu einem kleinen Teil in der Slowakei produziert. - Keystone

In der Demoscope-Umfrage gaben 60 Prozent der Befragten an, ihr Vertrauen in die Aussagekraft des Schweizerkreuzes nehme durch die Praxisänderung ab. Die Hälfte der Gewerbetreibenden bewertet die Neuregelung als «sehr nachteilig» für KMU ohne Auslandsfertigung.

Fast 9 von 10 Befragten waren sowohl in der Unternehmens- als auch in der Bevölkerungsbefragung der Meinung, die Wirtschaft werde besser unterstützt, wenn das Schweizerkreuz Schweizer Produzenten vorbehalten bleibe.

Eine grosse Mehrheit befürchtete zudem, dass eine Abwanderung der Produktion ins Ausland die Innovationsstärke des Standorts Schweiz schwäche.

Produktion nach Italien verlegt

Ein Beispiel dafür gab der Schuhhersteller Kybun. Als Konsequenz werde ein Teil der Produktion von Sennwald SG nach Montebelluna in Italien verlagert. «Wir wollen nicht als Musterknabe sterben, während andere die Regeln zu ihren Gunsten ausgelegt bekommen», so Kybun-CEO Claudio Minder.

Das Eidgenössische Institut für geistiges Eigentum (IGE) hatte seine Praxis im März 2026 geändert. Seither darf das Schweizerkreuz auch für Angaben wie «Swiss Design» oder «Swiss Engineering» verwendet werden, selbst wenn die Herstellung vollständig im Ausland erfolgt. Das IGE begründete den Schritt damit, dass die Schweizer Wirtschaft unter der Frankenstärke und hohen US-Zöllen leide.

Der Entscheid des IGE folgt auf einen jahrelangen Streit zwischen der Schuhmarke On und den Behörden um das Schweizerkreuz.

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Kommentare

User #6467 (nicht verifiziert)

Dann müsste endlich die Schweizerflagge allgemein strenger geschützt sein. In den USA nutzen viele kommerzielle Erste-Hilfe-Ausrüster, Skipatrouillen und Spitäler fälschlicherweise ein weisses Kreuz auf rotem Grund (also die echte Schweizerflagge). Einer der Hauptgründe: Das echte rote Kreuz ist ein völkerrechtlich streng geschütztes Schutzzeichen für den medizinischen Dienst der Armeen und das Rote Kreuz selbst. In den USA hält zudem das Unternehmen Johnson & Johnson weitreichende Markenrechte am roten Kreuz auf Konsumgütern. Um rechtliche Probleme zu umgehen, drehten viele US-Hersteller die Farben einfach um – und landeten exakt bei der Schweizerflagge.

User #3051 (nicht angemeldet)

Es sollte generell auf jedem Artikel stehen,wieviel Schweizanteil und wieveile ausländische und dies nach Land deklariert!Kaffebohnen bauen wir bis jetzt noch nicht an, ausser das Klima hält sich weiterterhin auf dem Niveau wie gegenwärtig!Gewisse Früchte werden wegen des Wärmeanstiegs ebenfalls neu in der Schweiz und Europa in gewissen Breitengraden produziert....

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