Steinmeier: Afrika braucht eigene Impfstoffproduktion

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Senegal,

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die nach wie vor ungerechte Verteilung von Impfstoff gegen das Corona-Virus kritisiert und den Aufbau einer eigenen Produktion in Afrika begrüsst. «Es ist wenig Impfstoff in Afrika angekommen im ersten Jahr der Pandemie», sagte Steinmeier am Dienstag bei seinem Besuch im Senegal. «In Zeiten der grössten Not haben die Länder, in denen Impfstoffe produziert werden, natürlich zunächst einmal für die eigene Bevölkerung, für die Nachbarstaaten gesorgt.»

    Bundespräsident Steinmeier in Senegal - 2. Tag
    22.02.2022, Senegal, Dakar: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äussert sich bei einem Besuch der Insel Gorée zu seiner Reise und die Krise in der Ukraine. Bundespräsident Steinmeier ist zu einem dreitägigen Besuch in der westafrikanischen Republik Senegal. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutschland habe sich zwar von Anfang an stark an der Impfstoff-Initiative Covax beteiligt, sagte Steinmeier.

    «Gleichwohl, die Verteilung ist nach wie vor nicht gerecht.» Es gebe nur eine wirkliche Abhilfe, die Impfstoffproduktion auf dem afrikanischen Kontinent selbst. Das werde deutlich, wenn man sich vor Augen halte, dass die in Afrika verabreichten Impfstoffe zu fast 100 Prozent ausserhalb des Kontinents hergestellt werden. «Hier ist Änderung notwendig.»

    Steinmeier besichtigte in Dakar den Ort, wo das deutsche Unternehmen Biontech demnächst eine mobile Produktionsstätte für Impfstoffe errichten will. Dieses modulare System war vor einer Woche im hessischen Marburg vorgestellt worden. Dabei geht es nicht nur um Impfstoffe gegen Corona, sondern beispielsweise auch gegen Malaria.

    Zur Forderung, Unternehmen wie Biontech sollten die Patente auf den von ihnen entwickelten Impfstoff freigeben, sagte Steinmeier, die Diskussion habe sich weiterentwickelt. Vor einem Jahr habe sich die Debatte noch um diese Frage gedreht. «Aber auch hier in Afrika weiss man, dass die Patentfreigabe zu einem Zeitpunkt, in dem es keinerlei Fertigungsstätten in Afrika gibt, nichts geholfen hätte.» In seinen Gesprächen mit Senegals Präsident MackySall habe sich gezeigt, dass heute die Ansiedelung von Produktionsstätten Priorität habe.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Rheinpegel Heizöl Kosten
    153 Interaktionen
    Teures Öl
    Fischer
    19 Interaktionen
    Aarauer Fischer

    MEHR IN POLITIK

    AKW
    6 Interaktionen
    Kommt vors Volk
    Natalie Rickli
    12 Interaktionen
    Noch in den Ferien
    1 Interaktionen
    Madrid
    Jemen
    2 Interaktionen
    Im Jemen

    MEHR AUS SENEGAL

    Schimpansen
    9 Interaktionen
    Clevere Affen
    3 Interaktionen
    Dakar
    Migranten
    12 Interaktionen
    Dakar