Staaten greifen wegen Hormus-Blockade durch
Wegen der Blockade der Strasse von Hormus ergreifen Staaten verschiedene Massnahmen. In Indonesien sind Staatsangestellte im Homeoffice, Italien senkt Steuern.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Benzinpreise steigen wegen des Iran-Krieges, Länder ergreifen Massnahmen.
- Sri Lanka und Slowenien haben Benzin und Diesel rationiert.
- Italien hat die Mineralölsteuer gesenkt.
Wegen der US-israelischen Angriffe blockiert der Iran die für den Handel und den Ölexport wichtige Strasse von Hormus. An den Tankstellen macht sich das bemerkbar: Benzin und Diesel sind teurer geworden.
Die Internationale Energieagentur rät wegen der Unsicherheit zu Homeoffice, ÖV-Nutzung und tieferen Tempolimiten. Einige Länder folgen diesen Empfehlungen oder haben andere Massnahmen ergriffen. Darüber berichtet «focus».
Indonesien beispielsweise verpflichtet seine Staatsangestellten, regelmässig von zu Hause aus zu arbeiten. Auch in der Dominikanischen Republik sind die Betriebe angehalten, die Präsenzzeit zu reduzieren. Pakistan geht noch weiter und hat im öffentlichen Dienst die Vier-Tage-Woche eingeführt.
Das Ziel ist klar: Wer im Homeoffice ist, verbraucht kein Benzin, um zur Arbeit zu kommen. Die Massnahme ist aus der Pandemie bestens bekannt.
In Ägypten müssen Geschäfte und Restaurants am Abend früher schliessen. Öffentliche Gebäude in Thailand und Bangladesch werden weniger stark heruntergekühlt, da die Mindesttemperatur erhöht wurde. Auch hier ist das Ziel, Energie zu sparen.
Andere Staaten setzen direkt an der Tankstelle an: In Sri Lanka dürfen Autofahrer nur 15 Liter Benzin pro Woche tanken. Über ein digitales System wird die Einhaltung der Regel sichergestellt.
Kenia verbietet den Ölexport
In Myanmar darf nur an jedem zweiten Tag getankt werden, entscheidend dafür ist das Kennzeichen: Gerade Autonummern dürfen an einem Tag an die Tankstelle, ungerade am nächsten. Damit sollen der Verbrauch reduziert und lange Warteschlangen verhindert werden. Kambodscha hat hingegen einen Teil seiner Tankstellen geschlossen.
Auch Kenia hat das Benzin rationiert. Zudem ist die Ausfuhr von Kraftstoff verboten. Und in Sambia wird die Einführung von Strafen für das Horten von Benzin geprüft.
Europa ergreift weniger drastische Massnahmen
In Europa wird weniger drastisch vorgegangen. In Frankreich wurde der Benzinpreis gedeckelt, Belgien und Luxemburg haben einen Höchstpreis eingeführt. Griechische Tankstellen dürfen maximal zwölf Cent pro Liter auf den Grosshandelspreis von Diesel und Benzin draufschlagen.
In Deutschland dürfen Tankstellenbetreiber die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen, in Österreich dreimal. Zudem wurde bei unserem östlichen Nachbarn die Mineralölsteuer um fünf Cent gesenkt. Auch Italien hat die Benzinsteuer reduziert.
Slowenien geht als einziges EU-Land härter vor: So dürfen Privatpersonen nur noch 50 Liter Benzin pro Tag beziehen. Damit will die Regierung vor allem auch gegen den Tanktourismus vorgehen. Wegen der tiefen Preise kamen viele Österreicher zum Tanken über die Grenze.
In der Schweiz sind noch keine Massnahmen wegen der steigenden Ölpreise ergriffen worden. In der «Arena» von Freitag wurde das Thema kurz angesprochen. SVP-Nationalrat Michael Graber schlug eine Senkung der Mineralölsteuer vor, während sich Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter für einen Preisnachlass beim ÖV einsetzte.













