Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat als Lehre aus der Corona-Pandemie Verbesserungen bei der Digitalisierung und mehr Unabhängigkeit von der Medikamentenproduktion angemahnt.
Jens Spahn
Jens Spahn - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesundheitsminister: Deutschland muss wieder «Apotheke der Welt» werden.

«Die Pandemie hat gezeigt: Wir sind zu abhängig von China», sagte Spahn am Donnerstag auf dem Deutschen Apothekertag in Düsseldorf. Man lasse dort auch keine Rüstungsgüter produzieren, «nur weil das günstiger ist».

Deutschland müsse wieder zur «Apotheke der Welt» gemacht werden. Dabei verteidigte er Subventionen für Firmen wie Biontech. Es gehe um die gezielte Förderung neuer Technologien wie etwa der mRNA-Technologie, «die viel bringen wird bei Impfstoffen und Krebsmedikamenten». Auf der mRNA-Technologie basiert ein Teil der Corona-Impfstoffe, etwa von Biontech und Pfizer. Ursprünglich stammt das Verfahren aus der Krebsforschung.

«Wer Technologien will in Deutschland, der muss dann auch offen sein, etwa für Bio- und Gentechnologien», sagte Spahn. Die Pandemie habe gezeigt, dass Deutschland und Europa in bestimmten Bereichen «wieder souveräner werden müssen».

Auch bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens sieht Spahn noch eine «grosse Baustelle» in diesem Jahrzehnt. Die beispielsweise von der Bundesregierung vor Weihnachten vergangenen Jahres ausgegebenen Coupons für Schutzmasken für Risikopatienten und ältere Menschen, die in Apotheken eingelöst werden konnten, seien «ziemlich 1980» gewesen. Ein QR-Code per Handy sei aber nicht möglich gewesen, weil der Bund mit den Bürgern nicht digital kommunizieren könne, kritisierte Spahn.

Der Bundesgesundheitsminister würdigte das Engagement der Apotheken während der Pandemie. Dabei seien auch zusätzliche finanzielle Vergütungen etwa für Teststellen oder die Ausstellung von Impfzertifikaten gerechtfertigt. Spahn zufolge machte jede Apotheke 2020 und 2021 im Schnitt 125.000 Euro mehr Umsatz.

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