Commerzbank: Keine Lösung mit Unicredit in Sicht
Die Commerzbank beharrt im Übernahmeringen mit ihrem Grossaktionär Unicredit auf ihrer Eigenständigkeit und will Anfang Mai neue Finanzziele verkünden. Auf Grundlage der jüngsten Verlautbarungen der italienischen Grossbank sei «eine einvernehmliche Lösung aus Sicht der Commerzbank aktuell nicht erkennbar», teilte der Frankfurter Dax-Konzern mit. Die Commerzbank werde wie angekündigt mit der Veröffentlichung ihrer Zahlen für das erste Quartal am 8. Mai eine Anhebung ihrer Finanzziele kommunizieren.

Die Unicredit, die mit einem direkten Anteil von 26 Prozent bereits grösster Aktionär der Commerzbank ist und nach jüngsten Angaben insgesamt Zugriff auf knapp unter 30 Prozent der Anteile hat, hatte Mitte März ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt. In einer ausserordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai will sich die Unicredit die Zustimmung ihrer Aktionäre für die nötige Kapitalerhöhung einholen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt seit dem Einstieg seines Instituts im September 2024 für eine Commerzbank-Übernahme. Europa brauche im Wettlauf mit starken US-Geldhäusern grössere Banken.
Die Commerzbank teilte mit, in den vergangenen Wochen hätten «mehrere Interaktionen» stattgefunden, um Grundlagen und Potenziale des in Aussicht gestellten Übernahmeangebots «konstruktiv zu eruieren». Doch die seitens der Unicredit mündlich skizzierten Eckpfeiler einer Transaktion hätten kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial für die Commerzbank-Aktionäre über die jetzige Strategie hinaus aufgezeigt.
«Ein Grossteil des von der Unicredit skizzierten Potenzials beruht nicht auf einer Zusammenlegung beider Institute und kann somit auch von der Commerzbank eigenständig, ohne die mit einer Transaktion einhergehenden signifikanten Umsetzungsrisiken, realisiert werden», so das Fazit der Commerzbank.
Hinzu komme, dass die bisherigen Schritte und Veröffentlichungen der Unicredit wiederholt ohne vorherige Abstimmung mit der Commerzbank erfolgt seien, bekräftigte das Frankfurter Geldhaus: «Das ist ein Vorgehen, das den Aufbau des für eine erfolgreiche Transaktion erforderlichen gegenseitigen Vertrauens nachhaltig erschwert.»










